Psychologie betrifft jeden von uns ständig, auch wenn wir das
manchmal gar nicht bewusst wahrnehmen. Ob verbale oder nonverbale
Kommunikation, Verhalten in der Gruppe am Arbeitsplatz oder in der
Freizeit, Persönlichkeitseigenschaften, Interessen, Motive und
Bedürfnisse – überall ist Psychologie relevant. An den
Universitäten ist Psychologie eines der beliebtesten Studienfächer
und auch in der Gesellschaft wächst das Interesse an
psychologischen Themen. Ein Bewusstsein für Psychologie ist demnach
besonders wichtig.
Wissen anwenden und überprüfen
Die Vielfältigkeit der Psychologie hat nach meinem Abitur im Jahr
2010 mein besonderes Interesse geweckt. Im Moment studiere ich in
Landau in der Pfalz im 4. Semester Psychologie und bin immer noch
davon begeistert. Mit meinen Anwendungsfächern Arbeits-, Betriebs-
und Organisationspsychologie, Kommunikations- und Medienpsychologie
sowie der klinischen Psychologie habe ich mich entschieden, mein
Studium wirtschaftspsychologisch auszurichten. Um Einblicke in
einen betriebswirtschaftlichen Bereich zu erlangen, habe ich
zusätzlich Human Resource Management als Nebenfach belegt.
Erfahrungen teilen und weitergeben
Die Aufgabe der Psychologie ist es, menschliches Erleben und
Verhalten zu beschreiben, zu erklären, vorherzusagen und wenn nötig
auch zu verändern. In der praktischen Anwendung heißt das für
Unternehmen, das Verhalten von Mitarbeitern beschreiben und
erklären zu können sowie eventuell vorherzusagen und zu verändern:
Wie reagiert die Mitarbeiterin/ der Mitarbeiter normalerweise?
Warum reagiert sie/er in dieser Situation so? Wie wird sie/er in
einer anderen Situation wahrscheinlich reagieren? Wie schätze ich
sie/ihn ein? Wie kann ich das Verhalten von Mitarbeitern verändern?
Wie sollte ich mit Mitarbeitern in schwierigen Situationen umgehen?
Gerade für das Erklären, das Vorhersagen und das Verändern von
menschlichem Verhalten ist viel Erfahrung nötig, aber nicht jeder
Mensch muss alle Erfahrungen neu sammeln. Erfahrungen können z.B.
durch Erfahrungsaustauschgruppen oder Seminare in der DGFP
weitergeben werden, um auch das Erreichen hoch gesteckter
Ziele zu erleichtern. Nur wenn Wissen weitergegeben wird, kann es
vermehrt werden. Hier freue ich mich auf weitere spannende
Erfahrungen in der DGFP.
Vorurteile überwinden
Mit den Aufgaben sind aber auch die Schwierigkeiten dieses Faches
verbunden. Psychologische Themen sind häufig schwer kommunizierbar.
Dadurch haben viele Menschen ein falsches Verständnis von
Psychologie, oder haben Hemmungen davor sich mit psychologischen
Themen auseinanderzusetzen, weil sie dem Fach gegenüber Vorurteile
haben. Gerade hier liegt das Problem in der praktischen Anwendung.
Wenn sich Menschen vor dem Befassen mit der Psychologie scheuen,
ist Weiterbildung nicht möglich. Zudem wird die Psychologie durch
die steigende Popularität des Neuroreduktionismus teilweise von
biologischen Themen oder sog. Bindestrichfächern
(Neuro-Psychologie, Neuro-Pädagogik,…) überrollt. Die bildliche
Darstellung von Gehirnarealen etc. scheint psychologischen Themen
eine größere Glaubwürdigkeit und Greifbarkeit zu verschaffen. Die
Gefahr und der Nutzen dieser Verbindung wird momentan kontrovers
diskutiert. Eine befriedigende Auseinandersetzung mit diesem Thema
ist in diesem Rahmen sicherlich nicht möglich. Für die Zukunft ist
eine hervorragende Forschung, eine bessere Kommunikation der
Forschungsergebnisse sowie ein interdisziplinärer Austausch
wünschenswert.
Leistungsdruck und psychische Erkrankungen
Für meine Zukunft als Psychologin würde ich mir wünschen, helfen zu
können, bevor es eigentlich schon zu spät ist. Ich würde gerne
Vorsorge statt Nachsorge betreiben, d.h. durch Training und
Fortbildung Menschen zeigen, wie Schwierigkeiten im Leben besser
meistern zu sind. Hierdurch können Erkrankungen häufig vermieden
werden. Der zunehmende Leistungsdruck führt in letzter Zeit zu
einem Anstieg psychischer Erkrankungen wie Depressionen und
Burnouts, zwei psychische Erkrankungsformen, die im Moment durch
zunehmendes Auftreten in den Medien zu einem größeren
gesellschaftlichen Interesse, zu mehr Verständnis und Akzeptanz
führen. Auch für Unternehmen wird Gesundheitsmanagement immer
wichtiger, weil der psychisch bedingte Ausfall von Arbeitskräften
in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist.
Lesen Sie hierzu auch unser
DGFP-PraxisPapier „Mit psychisch beanspruchten Mitarbeitern
umgehen“.
Vielleicht konnte ich bei dem ein oder anderen das Interesse für
die Psychologie in Kombination mit HR-relevanten Themen
wecken, auch wenn es vielleicht nur eine implizite Auswirkung
hat.
Es grüßt Sie
Diana Schmitz, Praktikantin DGFP-Regionalstelle Frankfurt und
des DGFP-Young Professional Network
Redaktionelle Bearbeitung: Sascha Jussen,
DGFP-Online-Redaktion
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