DGFP-News

04.07.2017

DGFP und BVAU fordern mehr Mut bei der Gestaltung der Arbeitswelt von morgen

Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) und der Bundesverband der Arbeitsrechtler in Unternehmen e.V. (BVAU) haben sich kritisch mit den Vor-schlägen des „Weißbuchs Arbeiten 4.0“ auseinandergesetzt. Viele der dort aufge-führten Vorschläge werden in einem Positionspapier als in der Praxis schwierig um-setzbar bewertet. Beide Verbände fordern mehr Mut bei der Gestaltung einer digitalen Arbeitswelt.

Berlin / München, 05. Juli 2017 - Im Entwurf für ein Weißbuch „Arbeiten 4.0“ – gedacht als Grundlage für die übergeordnete Beschlussfassung der Bundesregierung – fasste das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) vor einiger Zeit die Diskussionen um den gesetzlichen Rahmen für eine digital geprägte Arbeitswelt zusammen. Ähnliche Vorschläge finden sich zudem im aktuellen SPD-Wahlprogramm. Bei HR-Experten und Arbeitsrechtlern finden die Ideen bislang keine ungeteilte Zustimmung. Dies wurde im Rahmen einer gemeinsamen Diskussionsreihe von DGFP und BVAU deutlich, deren Ergebnisse jetzt in einem aktuellen Positionspapier vorliegen. Viele der Vorschläge, so die Kritik, sind in der Praxis nur bedingt umsetzbar oder sogar kontraproduktiv.

"Der radikale digitale Wandel ermöglicht und erfordert es, individueller und weitaus selbstbestimmter zu arbeiten. Dafür braucht es jedoch auch die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen. Dem Weißbuch fehlt es hier an vielen Stellen an Mut und auch an Vertrauen in die betriebliche Regelungsbereitschaft", kommentiert Katharina Heuer, Vorsitzende der DGFP-Geschäftsführung.

„Auch ohne Grün- und Weißbuch ist klar, dass uralte arbeitsrechtliche Regelungen dringend einer Modernisierung und Anpassung an die gegenseitigen Bedarfe – Arbeitnehmer und Arbeitgeber – bedürfen, um der Unternehmenspraxis zügig Beratung und Umsetzungen im rechtssicheren Raum zu ermöglichen“, betont BVAU-Präsident Alexander Zumkeller. „Wirklich weiter sind wir jetzt nicht“, ergänzt BVAU-Vizepräsident Prof. Dr. Rupert Felder.

Die aktuelle Bewertung von DGFP und BVAU konzentriert sich auf vier der acht Gestaltungsaufgaben, die das Arbeitsministerium in Kapitel 4 des Weißbuchs skizziert: „Beschäftigungsfähigkeit“, „Arbeitszeit“, „Beschäftigtendatenschutz“ und „Mitbestimmung und Teilhabe“. Darüber hinaus enthält das Standpunktpapier konkrete Vorschläge und Denkanstöße, wie sich die Rahmenbedingungen für die Arbeitswelt von morgen chancenorientiert gestalten ließen.

Der gemeinsame Standpunkt von DGFP und BVAU ist hier zum Download verfügbar.

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Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) ist seit 65 Jahren das Kompetenz- und Karrierenetzwerk für HR-Begeisterte. In unserem Netzwerk engagieren sich DAX-Konzerne ebenso wie kleine und mittelständische Unternehmen, renommierte Wissenschaftsorganisationen und Beratungen sowie zahlreiche Persönlichkeiten aus dem Personalmanagement. Mit unseren Mitgliedern und Partnern arbeiten wir an aktuellen Trends und HR-Themen, begleiten Personaler in ihrer Karriere und sind die Stimme des Personalmanagements gegenüber Politik und Gesellschaft. Der persönliche Erfahrungsaustausch steht im Zentrum unserer Arbeit. Dazu organisieren wir bundesweit rund 100 Erfa-Gruppen, bieten anerkannte Aus- und Weiterbildungsprogramme und bündeln in unseren Publikationen aktuelles HR-Wissen. Gemeinsam gestalten wir so die Arbeitswelten von heute und morgen. Weitere Informationen finden Sie auf www.dgfp.de und auf unseren Social-Media-Kanälen.


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Der Bundesverband der Arbeitsrechtler in Unternehmen e.V. (BVAU) ist mit inzwischen annähernd 400 Mitgliedern die unabhängige, bundesweit tätige, branchenübergreifende und personenbezogene Vereinigung für Arbeitsrechtler in Unternehmen. Die Reputation der Fachdisziplin Arbeitsrecht, die Förderung der Arbeitsrechtler in Unternehmen als eine der wichtigsten Expertengruppen der deutschen Wirtschaft sowie ein praxisbezogener Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch – etwa in Regional- und Themengruppen – bilden die Schwerpunkte der Tätigkeit des im April 2013 in Heidelberg gegründeten Verbandes. Weitere Informationen auf www.bvau.de.


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