DGFP-News

27.05.2013

Drei Fragen an...

...Lisa Szeponik, Projektleiterin des Qualifizierungsprogramms "Young Leaders for Sustainability" (YLS), einer interaktiven Veranstaltung und dynamisches Netzwerk. Das Programm richtet sich an Berufseinsteiger/innen und Young Professionals und vermittelt Fähigkeiten, die für eine zukunftsfähige Führung essentiell sind: Kooperationsmanagement, Dialogmethoden und Prozesskompetenz.

Lisa Szeponik

Frau Szeponik , Sie sind Vertreterin der Generation Y und tätig  im "Young Leaders for Sustainability", einem Qualifizierungsprogramm für den Führungsnachwuchs. Glaubt man den Ergebnissen einer Umfrage der Personalberatung Odgers Berndtson, zieht Ihre Generation Work-Life-Balance und Selbstverwirklichung einer Führungskarriere vor. Wie ist Ihre Erfahrung - droht uns tatsächlich ein Führungskräftenachwuchsmangel?

Wir Vertreter/innen der Generation Y möchten die Zukunft aktiv mitgestalten. Uns sind Flexibilität, Sinnhaftigkeit und Wertschätzung wichtiger, als die „große“ Karriere. Für uns heißt Führung nicht klassische Hierarchie, Machtspiel und 70-Stunden-Woche. In unserer projektbezogenen Arbeitswelt erreichen wir Ziele gemeinsam mit anderen, begreifen Diversität als Stärke und sind offen für Veränderungen und andere Sichtweisen. Wir setzen uns ein. Aber nicht um jeden Preis. Ist ein Unternehmen nicht bereit, dazu zu lernen und die Werte der jungen Generation in der Unternehmenskultur zu berücksichtigen, wird es Schwierigkeiten haben, den hoch qualifizierten Nachwuchs zu erreichen und zu halten.

Eine "geführte Führungskraft" muss sich Freiräume erkämpfen, um ihren Mitarbeitern und sich Gestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen. Vertreter Ihrer Jahrgänge fordern Feedbackkultur, Gemeinschaftsgefühl und sind an flache Hierarchien gewöhnt. Zukunft bedeutet gemeinsam gestalten. Werden die Herausforderung für Führungskräfte in "Sandwich-Positionen" mit ihrer Generation schwieriger?

„Geführte Führungskräfte“ der Generation Y stehen häufig vor der Herausforderung, dass sie sehr unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden müssen. Hier wird ein Generationenkonflikt deutlich. Ältere Mitarbeiter/innen in höheren Führungspositionen sind überwiegend an klassische, hierarchische Führungskonzepte gewöhnt. Die aufstrebende junge Generation sieht die Dinge völlig anders und möchte plötzlich mitbestimmen, wo, wann und wie sie arbeitet. Es ist eine wichtige Aufgabe, hier gegenseitiges Verständnis herzustellen.

Ihr Programm appelliert stark an die Nachhaltigkeit der Führung. Nachhaltiger Führungserfolg setzt voraus, seine eigenen Ziele so zu vermitteln, dass sie mit- und weitergetragen werden. Wie gelingt das?

Für YLS setzt nachhaltiger Führungserfolg gerade nicht voraus, dass ich als Führungskraft meine eigenen Ziele richtig vermittle. Vielmehr geht es darum, im Team eine gemeinsame Vision zu entwickeln und sich auf gemeinsame Ziele zu verständigen, die schließlich jeder im Rahmen seiner Tätigkeit weiter verfolgt. Wenn die Generation Y die Ziele eines Unternehmens nicht mittragen kann (weil sie nicht gefragt wird oder merkt das sie ihre Meinung nicht einbringen kann), tendiert sie dazu sich nicht „unnötig“ aufzuhalten und sucht woanders ihr Glück.

Das Interview führte Danica Dorawa, DGFP Online-Redaktion


Führung von Führungskräften - eine besondere Verantwortung

Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.