"Personalentwicklung ist der Prozess der Förderung, Bildung und
Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Erreichung
der Organisationsziele" (Krämer, M./2012: Grundlagen und Praxis der
Personalentwicklung, 2. Aufl., Göttingen). Nach diesem
Grundverständnis von PE sollte der Mitarbeiter nicht als Objekt der
Entwicklungsmaßnahmen betrachtet, sondern als eigenverantwortliches
Subjekt gesehen und angesprochen werden. Eine Person entwickelt
sich fortwährend auch ohne Zutun anderer. In der PE erhält sie
dabei zielgerichtete Unterstützung, damit sie ihren Arbeitsvertrag
mit dem Unternehmen in optimaler Weise erfüllen kann. Jemanden
gegen seinen Willen fördern zu wollen, ist fragwürdig und wenig
erfolgversprechend.
Zentrale Leitfragen in der PE sind demnach, was möglich ist
(pragmatischer Aspekt), was gerechtfertigt ist (normativer Aspekt)
und was wirtschaftlich möglich ist (ökonomischer Aspekt). Ein
"Werkzeugkasten" mit einfach einsetzbaren Instrumenten erleichert
kleinen und mittleren Unternehmen den Einstieg in die PE auch mit
begrenztem Budget.
Prof. Dr. Michael Krämer, Wirtschaftspsychologe an der
Fachhochschule Münster, hat auf Basis von empirischen Studien die
Prioritäten und Trends der PE ermittelt. Ausgehend von seinen
Untersuchungsergebnissen sollte die Grundausstattung der PE aus
folgenden Bausteinen bestehen:
- dem Mitarbeitergespräch
- einer systematischen Analyse der Potenziale und des
Qualifizierungsbedarfs
- kompetenzbezogene Qualifizierung und Weiterbildung
Diese Kernelemente, wie z.B. das Mitarbeitergespräch, sind mit
angemessenem Aufwand realisierbar und genügen als ein erster
Schritt, um zum Erreichen der Unternehmensziele durch eine gute PE
beizutragen. Wichtig ist dabei eine kompetente externe Begleitung
der ersten Schritte, um die Führungskräfte und Mitarbeiter auf die
Ziele, den Ablauf und die Ergebnisdokumentation hinzuweisen.
Erst wenn dieses Grundkonzept erfolgreich implementiert wurde
und noch personelle kapazitäten sowie Budget verfügbar sind, sollte
an Erweiterungen gedacht werden. Dabei sind aufgaben- und
mitarbeiterbezogene Lösungen denkbar, wobei der Nutzen nachgewiesen
werden sollte.
Dieser Blog-Beitrag basiert auf dem Artikel "Werkzeugkasten für die
Personalentwicklung - Starter-Set für kleine und mittelständische
Unternehmen" von Prof. Dr. Michael Krämer, Wirtschaftspsychologe an
der Fachhochschule Münster. Den vollständigen Artikel können Sie im
Fachmagazin PERSONALFÜHRUNG Ausgabe 2/2012 nachlesen.
Fachmagazin PERSONALFÜHRUNG
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