DGFP-News

06.03.2012

Jetzt geht's los: Personalentwicklung in kleinen und mittelständischen Unternehmen

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) leisten sich in der Regel keine Fachkraft für die Personalentwicklung (PE). Viele verfügen nicht einmal über eine (ausschließlich) für die Personalleitung ausgewiesene Stelle. Dennoch sollen die Beschäftigten bestens qualifiziert und motiviert ihre Aufgaben erfüllen. Wie also kann PE im kleinen Maßstab gelingen?

"Personalentwicklung ist der Prozess der Förderung, Bildung und Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Erreichung der Organisationsziele" (Krämer, M./2012: Grundlagen und Praxis der Personalentwicklung, 2. Aufl., Göttingen). Nach diesem Grundverständnis von PE sollte der Mitarbeiter nicht als Objekt der Entwicklungsmaßnahmen betrachtet, sondern als eigenverantwortliches Subjekt gesehen und angesprochen werden. Eine Person entwickelt sich fortwährend auch ohne Zutun anderer. In der PE erhält sie dabei zielgerichtete Unterstützung, damit sie ihren Arbeitsvertrag mit dem Unternehmen in optimaler Weise erfüllen kann. Jemanden gegen seinen Willen fördern zu wollen, ist fragwürdig und wenig erfolgversprechend.

Zentrale Leitfragen in der PE sind demnach, was möglich ist (pragmatischer Aspekt), was gerechtfertigt ist (normativer Aspekt) und was wirtschaftlich möglich ist (ökonomischer Aspekt). Ein "Werkzeugkasten" mit einfach einsetzbaren Instrumenten erleichert kleinen und mittleren Unternehmen den Einstieg in die PE auch mit begrenztem Budget.

Prof. Dr. Michael Krämer, Wirtschaftspsychologe an der Fachhochschule Münster, hat auf Basis von empirischen Studien die Prioritäten und Trends der PE ermittelt. Ausgehend von seinen Untersuchungsergebnissen sollte die Grundausstattung der PE aus folgenden Bausteinen bestehen:

  • dem Mitarbeitergespräch
  • einer systematischen Analyse der Potenziale und des Qualifizierungsbedarfs
  • kompetenzbezogene Qualifizierung und Weiterbildung

Diese Kernelemente, wie z.B. das Mitarbeitergespräch, sind mit angemessenem Aufwand realisierbar und genügen als ein erster Schritt, um zum Erreichen der Unternehmensziele durch eine gute PE beizutragen. Wichtig ist dabei eine kompetente externe Begleitung der ersten Schritte, um die Führungskräfte und Mitarbeiter auf die Ziele, den Ablauf und die Ergebnisdokumentation hinzuweisen.

Erst wenn dieses Grundkonzept erfolgreich implementiert wurde und noch personelle kapazitäten sowie Budget verfügbar sind, sollte an Erweiterungen gedacht werden. Dabei sind aufgaben- und mitarbeiterbezogene Lösungen denkbar, wobei der Nutzen nachgewiesen werden sollte.

Dieser Blog-Beitrag basiert auf dem Artikel "Werkzeugkasten für die Personalentwicklung - Starter-Set für kleine und mittelständische Unternehmen" von Prof. Dr. Michael Krämer, Wirtschaftspsychologe an der Fachhochschule Münster. Den vollständigen Artikel können Sie im Fachmagazin PERSONALFÜHRUNG Ausgabe 2/2012 nachlesen.

Fachmagazin PERSONALFÜHRUNG

Sascha Jussen
DGFP-Online-Redaktion

Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.