Die Zusammenhänge zwischen Burnout und Arbeitsverhalten sind
bereits gut untersucht: Vereinfacht gesagt versucht der oder die
Betroffene über einen längeren Zeitraum hinweg mehr zu leisten, als
er oder sie seelisch, geistig und/oder körperlich zu leisten im
Stande ist. Doch was passiert, wenn ein Mitarbeiter zumindest
subjektiv zu wenig zu tun hat und sich unterfordert fühlt?
Auf diese Frage antwortet Werner Fürstenberg, Geschäftsführer
des Gesundheits-Dienstleisters Fürstenberg Institut: "Die Menschen
haben Angst, dass es auffällt, dass sie nichts zu tun haben, und
dass sie dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren. Darum ist die
Energie, die sie investieren, um Arbeit, Leistung und Stress
vorzutäuschen, so stark, dass sie letztlich an einem
Erschöpfungssyndrom leiden."
Wirtschaftlicher Schaden für Unternehmen
Das Boreout-Syndrom ist trotz zunehmender Berichterstattung nicht
überall als Krankheit anerkannt. Es bestehen Zweifel darüber, ob es
sich wirklich um eine psychische Krankheit handelt oder die
Angestellten einfach nur ihre Faulheit am Arbeitsplatz ausleben.
Auch wenn unterschiedliche Ansichten zum Thema Boreout bestehen,
gibt es nachweislich Betroffene, die darunter leiden. Ein weiterer
Fakt ist, dass Unternehmen durch Boreout einen wirtschaftlichen
Schaden erleiden. Die Ursache dafür muss ja nicht unbedingt als
Boreout bezeichnet werden. Schon alleine das Problem, dass
Mitarbeiter demotiviert und desinteressiert an die Arbeit gehen,
ist ein ernst zu nehmendes Problem für jeden, der Mitarbeiter
führt.
Maßnahmen auf Arbeitgeberseite
Doch was können Unternehmen konkret tun? Zunächst einmal ist es
wichtig zu verstehen, dass alle Mitarbeiter, die nur Angestellte
ihres Unternehmens sind und sich nicht als dessen Teil empfinden,
potenzielle Boreout-Kandidaten sind. Um dem zu begegnen, können
Unternehmer auch bei ihren Mitarbeitern einen "Unternehmergeist"
fördern – z.B. durch:
- mehr Verantwortung
- Beteiligung in wichtigen Projekten
- mehr Mitbestimmun
- finanzielle Beteiligung
Maßnahmen auf Arbeitnehmerseite
Doch Arbeitgebern sind Grenzen gesetzt bei der Hilfe zur
Beseitigung des Boreouts. "Jeder Arbeitnehmer muss von sich aus den
Teufelskreis durchbrechen und sich selbst helfen", heißt es bei
www.business-wissen.de unter dem Stichwort Boreout. "Dabei
ist Eigenverantwortung gefragt und diese nimmt der Mitarbeiter
wahr, indem er handelt." Er könnte folgende Maßnahmen
ergreifen:
- Arbeiten in Teilzeit (hilft nur wenn quantitative
Unterforderung besteht)
- Zusatzausbildung
- Stellenwechsel innerhalb des Unternehmens (das muss natürlich
das Unternehmen ermöglichen)
- Umschulung
- wenn gar nichts mehr hilft: Arbeitgeberwechsel.
Am besten frühzeitig reagieren
"Damit letzteres nicht passiert und Arbeitgeber Mitarbeiter
verlieren, die eigentlich viel mehr leisten könnten, als man sie
lässt, sollten Führungskräfte ihre Angestellten beobachten und
ihnen helfen, aus dem Boreout auszubrechen", empfehlen die Autoren
von business-wissen.de.
Sascha Jussen
DGFP Online-Redaktion
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