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06.12.2011

Burnout der anderen Art: Boreout - Unterforderung am Arbeitplatz

Am Thema Burnout scheiden sich zur Zeit die Geister: Modeerscheinung oder echte Krankheit? Es gibt aber noch ein weiteres Phänomen, das sich einstellen kann, wenn Leistungsfähigkeit und Leistungsforderung nicht zusammenpassen: Boreout - die "Verlangeweilung" der Psyche am Arbeitsplatz.

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Die Zusammenhänge zwischen Burnout und Arbeitsverhalten sind bereits gut untersucht: Vereinfacht gesagt versucht der oder die Betroffene über einen längeren Zeitraum hinweg mehr zu leisten, als er oder sie seelisch, geistig und/oder körperlich zu leisten im Stande ist. Doch was passiert, wenn ein Mitarbeiter zumindest subjektiv zu wenig zu tun hat und sich unterfordert fühlt?

Auf diese Frage antwortet Werner Fürstenberg, Geschäftsführer des Gesundheits-Dienstleisters Fürstenberg Institut: "Die Menschen haben Angst, dass es auffällt, dass sie nichts zu tun haben, und dass sie dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren. Darum ist die Energie, die sie investieren, um Arbeit, Leistung und Stress vorzutäuschen, so stark, dass sie letztlich an einem Erschöpfungssyndrom leiden."

Wirtschaftlicher Schaden für Unternehmen

Das Boreout-Syndrom ist trotz zunehmender Berichterstattung nicht überall als Krankheit anerkannt. Es bestehen Zweifel darüber, ob es sich wirklich um eine psychische Krankheit handelt oder die Angestellten einfach nur ihre Faulheit am Arbeitsplatz ausleben. Auch wenn unterschiedliche Ansichten zum Thema Boreout bestehen, gibt es nachweislich Betroffene, die darunter leiden. Ein weiterer Fakt ist, dass Unternehmen durch Boreout einen wirtschaftlichen Schaden erleiden. Die Ursache dafür muss ja nicht unbedingt als Boreout bezeichnet werden. Schon alleine das Problem, dass Mitarbeiter demotiviert und desinteressiert an die Arbeit gehen, ist ein ernst zu nehmendes Problem für jeden, der Mitarbeiter führt.

Maßnahmen auf Arbeitgeberseite

Doch was können Unternehmen konkret tun? Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass alle Mitarbeiter, die nur Angestellte ihres Unternehmens sind und sich nicht als dessen Teil empfinden, potenzielle Boreout-Kandidaten sind. Um dem zu begegnen, können Unternehmer auch bei ihren Mitarbeitern einen "Unternehmergeist" fördern – z.B. durch:

  • mehr Verantwortung
  • Beteiligung in wichtigen Projekten
  • mehr Mitbestimmun
  • finanzielle Beteiligung


Maßnahmen auf Arbeitnehmerseite
Doch Arbeitgebern sind Grenzen gesetzt bei der Hilfe zur Beseitigung des Boreouts. "Jeder Arbeitnehmer muss von sich aus den Teufelskreis durchbrechen und sich selbst helfen", heißt es bei www.business-wissen.de unter dem Stichwort Boreout.  "Dabei ist Eigenverantwortung gefragt und diese nimmt der Mitarbeiter wahr, indem er handelt." Er könnte folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Arbeiten in Teilzeit (hilft nur wenn quantitative Unterforderung besteht)
  • Zusatzausbildung
  • Stellenwechsel innerhalb des Unternehmens (das muss natürlich das Unternehmen ermöglichen)
  • Umschulung
  • wenn gar nichts mehr hilft: Arbeitgeberwechsel.


Am besten frühzeitig reagieren
"Damit letzteres nicht passiert und Arbeitgeber Mitarbeiter verlieren, die eigentlich viel mehr leisten könnten, als man sie lässt, sollten Führungskräfte ihre Angestellten beobachten und ihnen helfen, aus dem Boreout auszubrechen", empfehlen die Autoren von business-wissen.de.

Sascha Jussen
DGFP Online-Redaktion

Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.

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Kommentare

07.12.2011 Michael d'Asparo

Hallo!? Gehts noch!? Langeweile als Krankheitsbild? Wer sich bei der Arbeit langweilt, soll sich gefälligst einen neuen Job suchen bzw. gehört gefeuert!