? Bitte stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor.
Kathrin Henke: Ich bin 23 Jahre alt, seit meinem fünften
Lebensjahr begeisterte Handballerin – sowohl als Spielerin als auch
zeitweise als Trainerin - und habe Wirtschaftspsychologie studiert.
Jetzt gerade bin ich fertig mit meinem Masterstudium, das ich in
Manchester absolviert habe. Meine Abschlussarbeit behandelt das
Thema „Die Durchführung betriebsbedingter Kündigungen in
Krisenzeiten – Ein Vergleich zwischen Deutschland und
Großbritannien“.
? Das klingt ja interessant – was hat der Vergleich denn
ergeben?
Kathrin Henke: Zunächst einmal herrschen in Deutschland
und England ganz verschiedene rechtliche Bedingungen. Daher ist es
in England wesentlich einfacher, betriebsbedingte Kündigungen
auszusprechen, zumal auch das Betriebsratswesen dort wesentlich
geringer ausgeprägt als hier. Auch die Mentalität der Personaler
ist ganz anders als hier. Kündigungen sind in England „normaler“,
werden nicht als so niederschmetternd erlebt und viele Personaler,
mit denen ich gesprochen habe, haben im Laufe ihrer Karriere selbst
schon einmal eine betriebsbedingte Kündigung erlebt.
? Was hat Sie dazu veranlasst, sich bei der DGFP e.V. um den
Bachelor-Preis zu bewerben?
Kathrin Henke: Die DGFP war mir schon seit meinem Studium
ein Begriff, weil ich zum Beispiel die empirischen Studien der DGFP
als Referenzquelle genutzt habe. Es war dann aber eine Dozentin,
die mir den Tipp gegeben hat, mich mit meiner Bachelor-Arbeit
„Wissensmanagement unter demographischen Aspekten“ am DGFP
Bachelor-Nachwuchspreis zu bewerben. Besonders der ausgeschriebene
erste Preis und das darin enthaltene Karriere-Coaching haben mir
gut gefallen.
? Vom 28. bis 30. September sind Sie als Gewinnerin des DGFP
Bachelor-Nachwuchspreises mit einer Delegation der DGFP e.V. nach
Istanbul zur EAPM Konferenz gereist. Was haben Sie dort erlebt?
Kathrin Henke: Ich habe viele Personalmanager aus
verschiedenen Ländern kennengelernt und Einblicke in die HR-Arbeit
in verschiedenen Ländern erhalten. Besonders der Kontakt mit den
türkischen Personalern war interessant. Viele von ihnen haben kein
einschlägiges Studium absolviert, das für eine spätere HR-Tätigkeit
vorbereitet, sondern kommen aus ganz anderen Bereichen, z.B.
Journalismus oder Chemie. Der Ansatz dabei ist, dass es weniger auf
spezifisches HR-Wissen, sondern mehr auf analytische Fähigkeiten
und soziale Kompetenzen ankommt, die man auch in anderen
Berufsfeldern erlernen kann. Interessant war für mich auch der
Kontakt zu Preisträgern aus anderen Ländern, die durchweg älter
waren als ich, weil viele vergleichbare Wettbewerbe in anderen
Ländern eher bereits erfahrene HR-Praktiker ansprachen.
Gut gefallen haben mir auch die internationalen Vorträge, z.B. ein
gemeinsamer Beitrag des ehemaligen DGFP-Geschäftsführers Prof.
Gerold Frick mit Andrew Spencer mit der englischen HR-Organisation
CIPD (Chartered Institute of Personnel and Development). Sie
appellierten, dass Personaler internationaler in Denken und Handeln
werden müssten. Dazu sollten auch Qualifikationen international
leichter übertragbar sein. Weitere Kernthemen auf der Konferenz
waren aus meiner Sicht HR als Business-Partner sowie der
demografische Wandel.
? Wie geht es für Sie nun beruflich weiter?
Kathrin Henke: Nach Abschluss meines Master-Studiums
befinde ich mich gerade in der Bewerbungsphase. Auf jeden Fall
möchte ich natürlich im Personalbereich arbeiten, undzwar möglichst
in einem international tätigen Unternehmen.
? Welche Bedeutung wird die DGFP für Ihre berufliche Zukunft
haben?
Kathrin Henke: Ich bin Mitglied des DGFP Young
Professional Network (YPN) und werde es weiterhin bleiben, weil mir
der fachliche und persönliche Austausch in diesem Netzwerk sehr
wichtig ist. Sicherlich werde ich auch künftig die praxisnahen
Studien der DGFP nutzen. Und – wer weiß – vielleicht gehöre ich
eines Tages einer Erfahrungsaustauschgruppe der DGFP an.
? Ganz herzlichen Dank für das nette Gespräch und Ihnen
alles Gute und weiterhin viel Erfolg!
Interview und Text: Sascha Jussen, Fachreferent Online-Redaktion
(DGFP e.V.)
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