News

30.03.2011

Externe Studie: Fehlt Personalabteilungen oft der Durchblick? - Prof. Frick, DGFP: "Oft werden die falschen Daten erhoben"

Eine aktuelle Studie zum Personalcontrolling des Beratungsunternehmens Steria Mummert Consulting kommt zu interessanten Ergebnissen: Die Personalabteilungen deutscher Unternehmen seien nur sehr eingeschränkt in der Lage, Auskunft über wichtige Kennzahlen der Belegschaft zu geben. Bei genauen Daten beispielsweise zu Mehrarbeit, Fluktuation von Mitarbeitern oder Gehaltsentwicklung müssten die Personaler oft passen - die notwendigen Zahlen liegen nicht vor oder sind nur unter großem manuellem Aufwand zu beschaffen. Entsprechend hielten fast neun von zehn Fach- und Führungskräften die zur Verfügung stehende Datenmenge im Personalmanagement nicht für ausreichend, um wichtige Entscheidungen zu treffen.

In drei von vier Unternehmen müssen die Mitarbeiter laut Steria Mummert Consulting in den Personalabteilungen wichtige Kennzahlen manuell erstellen. dadurch lägen viele Daten oft erst mit großer zeitlicher Verzögerung vor. Darüber beklagten sich zwei Drittel der im Rahmen der Studie befragten Fach- und Führungskräfte. Zudem schlichen sich bei manueller Bearbeitung Fehler in die Daten ein. Auch gäbe es Schwierigkeiten, weil die jeweils ermittelten Kennzahlen nicht einheitlich seien - ein Problem, mit dem 56 Prozent der Unternehmen zu kämpfen hätten. Dies beträfe sämtliche Kennzahlen, die für Personalabteilungen wichtig sind, wie beispielsweise den Gesundheitsstand, durchschnittliche Mehrarbeiten oder Durchschnittsgehälter von Führungskräften. Auch fehle häufig der Überblick über Ein- und Austritte von Mitarbeitern.

"Die Personalabteilungen leben mit einer ständigen Unschärfe und sind oft nur sehr eingeschränkt berichtsfähig", sagt Björn Zimmermann, Human-Capital-Management- (HCM-) und Business-Intelligence-Experte bei Steria Mummert Consulting. "Der Fokus der HCM-IT-Systeme liegt häufig immer noch ausschließlich auf der Personalabrechnung. Ein Fehler, denn gerade in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels können die Mitarbeiter im Human Resource Management wichtige strategische Aufgaben nicht wahrnehmen, wenn die dazu nötigen Daten nicht vorliegen. Fehlen beispielsweise gesicherte Erkenntnisse zur Fluktuation, kann die Personalabteilung auch keine adäquaten Maßnahmen entwickeln, um die Belegschaft stärker an das Unternehmen zu binden."

Prof. Gerold Frick, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) ergänzt: "Oft werden auch die falschen Daten erhoben. So gab es ein Unternehmen, das über Jahre hinweg die Entfernung der Mitarbeiter-Wohnorte zum Arbeitsplatz monatlich ermittelt hat, um den Fahrkostenzuschuss kalkulieren zu können. Und das, obwohl bereits seit zehn Jahren kein Fahrkostenzuschuss mehr erfolgte." Im Rahmen ihrer Professionalisierungsinitiative unterstützt die DGFP Unternehmen mit verschiedenen Leistungen bei der Etablierung und Umsetzung eines erfolgreichen Personalcontrollings. Dazu gehören unter anderem die Publikation "Personalcontrolling für die Praxis", der DGFP Ausbildungsgang "Personalcontrolling" sowie die HR-Benchmarks der DGFP mbH.

Sascha Jussen
DGFP Online-Redaktion

Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.