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08.02.2012
Tipps zum Netzwerken - was wir von James Bond (nicht) lernen können
Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.
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08.02.2012
Als soziales Wesen ist der Mensch auf Beziehungen angewiesen. Als Einzelgänger a` la Robinson Crusoe auf einer einsamen Inseln überleben zu müssen, ist für die meisten Menschen eine Horrorvorstellung - selbst in der Südsee. Doch soweit muss es nicht kommen: Die meisten von uns sind mit einem natürlichen Repertoire an Fähigkeiten ausgestattet, um mit anderen in Beziehungen zu treten und zu bleiben.
Doch heute sind die Ansprüche an unser Beziehungsmanagement gewachsen. Auch für Personalmanager ist das Thema "Beziehungen und Netzwerke" unabdingbar (vgl. www.dgfp.de/wissen/themen/beziehungen-und-netzwerke). "Beziehungsmanagement" - wie es heute heißt, ist keine Privatsache mehr, sondern wird heute auch in zunehmenden Maße als berufliche Kompetenz vorausgesetzt. Vernetzung mit Kollegen und Geschäftspartnern, Kunden und Lieferanten, ehemaligen und potenziell künftigen Beziehungspartnern kann nicht mehr dem Zufall überlassen werden, sondern muss systematisiert, kategorisiert und multipliziert werden - permanente Erreichbarkeit inklusive.
Dabei - so scheint es bisweilen - steht weniger der Mensch, als vielmehr die formell bestätigte Verknüpfung im Vordergrund. Auf Facebook sammelt so mancher Zeitgenosse "Freunde" im vierstelligen Bereich, Grafiken in vielen Medien visualisieren Beziehungen als Spinnennetz-artiges Geflecht, es wird getippt, getwittert ("gezwitschert"), gesendet, hoch- und runtergeladen, bis im wahrsten Sinne des Wortes der Arzt kommt (vgl. Thema des Monats Januar 2012: Arbeitsverdichtung und psychische Beanspruchung). Statt in der Bahn mit dem Sitznachbarn zu plaudern, wird per Smartphone der nächste RSS-Feed abonniert, damit man ja nichts verpasst. Die Horror-Utopie einer Gesellschaft, die nur noch aus körper- und seelenlosen, mit einander vernetzten Gehirnen besteht, ist zwar noch nicht zum Greifen nahe, aber ein Stück näher gerückt.
Und schon gibt es die "Experten", die uns mit gut gemeinten Tipps das "richtige" Netzwerken beibringen wollen. So empfahl mir ein früherer Chef (nein, nicht bei der DGFP und auch nicht bei einem DGFP-Mitgliedsunternehmen - Zwinker-Smiley) in einem Jahresgespräch als Ziel für das neue Jahr, die Zahl der Personen in meinem Business-Netzwerk zu verdoppeln. Als Praxisbeispiel nannte er sich selbst, der immer noch jeden Tag mit einem anderen ehemaligen Ausbildungskollegen im Unternehmen essen ginge, um sein Netzwerk zu pflegen - immer wieder gelange er dadurch an entscheidende Informationen. Heute begegnete mir in einer Wochenzeitung für Wirtschaft ein weiterer guter Tipp: Wenn man sich einer Person vorstelle, um sein Netzwerk zu erweitern, solle man seinen Namen so aussprechen wie Geheimagent 007: "Bond. James Bond." Dadurch bliebe der Name dem Gesprächspartner besser im Gedächtnis. Und dann solle man am Ball bleiben: Mindestens sieben weitere Kontakte und zwei Jahre Geduld seien nötig, bis für beide Seiten etwas aus dem Kontakt "herausspringt". Na dann ...
Mein gut gemeinter Tipp als selbst ernannter Netzwerk-Experte:
Seien Sie authentisch, bleiben Sie einfach Sie selbst und umgeben
Sie sich mit Menschen, die Ihnen wirklich etwas bedeuten. Dann ist
jeder Kontakt ein "Gewinn" - und das schon jetzt, und nicht erst in
zwei Jahren.
Es grüßt Sie
Jussen. Sascha Jussen.
Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.
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