DGFP Pressemitteilungen

24.07.2015

DGFP // lab 2015: Führung quer denken – 70 Einsendungen zum Call for Papers

Für das DGFP // lab am 24./25. September in Berlin suchte die DGFP per "Call for Paper" Konzepte aus Wirtschaft und Wissenschaft zur Führung der Zukunft // Aus über 70 Einreichern wählte die Jury aktuell 15 Vertreter aus, die ihr Konzept auf der Veranstaltung präsentieren

Wie sehen die Führungskonzepte von morgen aus? Dieser Kernfrage will die DGFP mit ihrem diesjährigen DGFP // lab im September in Berlin im "lab-typischen" offenen und interaktiven "Zukunftslabor" nachgehen. Bis Ende Juni schrieb sie dafür im Vorfeld einen "Call for Paper" aus, bei dem sich Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft mit ihren revolutionären Führungsansätzen für einen Slot beim DGFP // lab bewerben konnten. "Wir waren überrascht und stark beeindruckt ob der Fülle und der Qualität der Einreichungen. Sie überzeugten allesamt durch höchst durchdachte und innovative Konzepte, die aus unterschiedlichsten Perspektiven immer wieder eines gemeinsam auf den Punkt brachten: Unternehmen suchen nach neuen Führungskonzepten in Zeiten volatiler Märkte und disruptiver Geschäftsmodelle", kommentierte Katharina Heuer, DGFP-Geschäftsführerin, die Einsendungen.

Die ausgewählten Konzepte teilte die DGFP in folgende Kategorien ein:

1.    Führungskräfteentwicklung in komplexen Organisationen
Wie Führungskräfteentwicklung im Bereich Forschung & Entwicklung bei der Daimler AG neuerdings funktioniert und was das mit dem Thema Free Climbing zu tun hat, davon berichtet Stephan Limpächer, Leiter Personalentwicklung Personal Konzernforschung, MBC Entwicklung & smart. Das Deutsche Luft- und Raumfahrzentrum, Gesellschaft für Raumfahrtanwendungen erarbeitete im Projekt "Air meets Space“ ein neuartiges Verständnis von Führung. "Trotz der erweiterten Komplexität und Dynamik gilt es einen stabilen und höchst zuverlässigen Zustand der Organisation zu gewährleisten“, beschreibt die HR-Managerin Simone Schubert die Herausforderungen.

2.    „Führe Deine Organisation hin zur Selbstorganisation“
"Führung darf der intelligenten Vernetzung innerhalb und außerhalb der Organisationen nicht im Weg stehen, muss sich und ihre Rolle kritisch hinterfragen und eine neue Rolle einnehmen wollen und können: die des Enablers“, schrieb Dagmar Woyde-Koehler in ihrem Paper und weiß wovon sie redet. Als Mitbegründerin und Geschäftsführerin der ehemaligen EnBW-Akademie lebt sie mit ihren Mitarbeitern von new&able den Enablening-Ansatz in der Praxis. Das Konzept der Selbstführung beleuchtet Markus Warode, Geschäftsführer des Instituts für Kirche, Management und Spiritualität an der Philosophisch – Theologischen Hochschule Münster, aus einer anderen Perspektive: Er zieht einen Vergleich zum franziskanischen Führungsansatz, der in enger Verbindung zu aktuellen theoretischen Konzepten wie transformationaler Führung und Servant Leadership steht.

3.    Digitalisierung und Führung
"Sind Sie fit für die digitale Arbeitswelt?" fragen Prof. Dr. Sabine Remdisch (Universität Lüneburg) und Stephan Grabmeier (Haufe Umantis) die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des DGFP // lab 2015 bzgl. Digital Prepardeness. Remdisch spricht z.B. über ein Online Self Assessment, dass es Führungskräften ermöglicht zu prüfen, wie gut sie auf die moderne Führung und die Anforderungen in der digitalen Welt vorbereitet sind. Eine Gruppe von Studierenden des Masterstudiums Wirtschaftspsychologie an der FOM, Hochschule für Ökonomie und Wirtschaft in Düsseldorf ging mit ihrem Paper soweit gleich eine Führungscloud zu entwickeln: In "Tschüss Chef, Hallo Cloud – Wie HR Analytics Führungsarbeit revolutionieren kann“ beschreiben sie anhand des fiktiven Entscheidungstools "Algorithmische Führung 2.0“ ein mögliches Führungsszenario.

4.    Agiles Arbeiten
Aus der Praxis berichten Sylvia Besler (Personalleiterin, Benteler Distribution) und Astrid Freiding (Personalentwicklerin, Berliner Glas). Ihr Thema: Agiles Karrieremanagement und die Frage, wie Laufbahn-und Karrierekonzepte in beständiger Veränderung gestaltet werden. André Häussling (Geschäftsführer HR pioneers) setzt sich mit der agilen Organisationsentwicklung auseinander und klärt die Teilnehmer auf, was der Froschkönig und agile Unternehmen gemeinsam haben. Angela Haas (Human Centered Design Expert, Swisscom) stellt vor, wie Führung in einer Experience Driven Company funktionieren kann. Dabei geht es ihr vor allem darum die einzelnen Lösungskonzepte wie Agilität, Scrum oder Design Thinking in einen ganzheitlichen Transformationsprozess einzubetten. Bekundungen wie wichtig neue Führung ist, reicht ihr nicht: Sie will wissen: Wie können wir Führung in bestehenden Unternehmen transformieren?

5.    Intrapreneure als Führungskraft 2.0

Carsten Meier von intraprenör ist überzeugt: "Um Intrapreneure entsteht eine Schattenorganisation innerhalb des Unternehmens. Intrapreneure bauen Guerilla-Clubs auf und organisieren inoffizielle Treffen, um Gleichgesinnte in der Organisation zu finden und gegenseitig Fehler und Gelerntes zu teilen. 20 gleichberechtigte Gründer – Kann das funktionieren?" fragt sich Paul Weinhausen, Mitgründer der innoki - Innovationsentwicklung & Zukunftswerkstatt, und berichtet von den Erfahrungen seit der Gründung im Jahr 2014.

6.    Das zweite Betriebssystem für eine neue Führungskultur
Der Outplacement-Anbieter von Rundstedt stellte selbst sein Führungskonzept in Frage und fand für sich die Lösung in einem zweiten Betriebssystem. Während das Erste als gut funktionierendes hierarchisches System die Aufgaben von heute löst, beschleunigt das Zweite den Wandel – ohne Hierarchie, Vorgaben und Bürokratie sondern als Netzwerk: "Reinventing the way we work“ ist der Titel zum Beitrag von IXDS, einem Designlabor in Berlin. Ihr Idee von einer emergenten Organisation, die sich auf ihren Werten immer wieder neu erfindet: Unternehmenspurpose und Selbstorganisation übernehmen die Führung.
Davon kann auch Ali Mahlodji von whatchado berichten, der ein selbstorganisierendes Unternehmen bestehend aus 15 Nationen führt und davon überzeugt ist, dass die Denkweise der Old Economy dabei ebenso gewinnbringend ist wie die Haltung "Kill the Bottle neck“.

7.    Healthy Leadership
"Gesunde Unternehmen brauchen eine gesunde Führung mit gesundem Menschenverstand und noch ein paar anderen wichtigen Zutaten“, unterstreicht Angela Hamburger, Rating Analyst, ihr Konzept, das auf traditionellen und innovativen Führungsansätzen basiert. Der fünfstufige Prozess wurde in Zusammenarbeit mit dem MIT Media Lab und der Führung des MGH Hospitals in Boston, USA, entwickelt und im Massachusetts General Hospital umgesetzt.

Weitere Informationen zum Programm und zu den Referenten hier

Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.