Empirische Studien

AGG - Wie reagiert das Personalmanagement? Ergebnisse eines Personalblitzlichts.

PraxisPapier 8/2006 - Die betriebliche Umsetzung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) stellt für das Personalmanagement eine Herausforderung dar. Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) ist mit einer aktuellen Befragung unter ihren Mitgliedsunternehmen der Frage nachgegangen, wie das Personalmanagement dieser Herausforderung begegnet. An der Untersuchung haben sich 123 von 508 zufällig ausgewählten Unternehmen beteiligt.

Betriebliche Umsetzung des AGG fortgeschritten

90 Prozent der untersuchten Unternehmen haben bereits damit begonnen, die bestehenden Personalmanagementprozesse und -instrumente im Hinblick auf das AGG zu überprüfen. Die Förderung der Gleichbehandlung ist für viele Unternehmen kein neues Thema: In 40 Prozent der untersuchten Unternehmen gibt es bereits seit mehreren Jahren entsprechende betriebliche Vereinbarungen (z.B. einen Code of Conduct).

Rekrutierungsinstrumente müssen angepasst werden

Vor allem die Rekrutierungsinstrumente müssen im Hinblick auf das AGG angepasst werden: In 70 Prozent der Unternehmen hat sich bei den Stellenanzeigen Anpassungsbedarf gezeigt, in 65 Prozent der Unternehmen bei den Personalfragebögen und in 62 Prozent der Unternehmen bei den Anforderungsprofilen. Keinen Handlungsbedarf sehen die befragten Personalmanager derzeit bei den Arbeitszeit- und Urlaubsregelungen sowie bei der Vergütungssystematik.

Rekrutierung wird bürokratischer und unverbindlicher

Vor allem die Rekrutierungsinstrumente müssen im Hinblick auf das AGG angepasst werden: In 70 Prozent der Unternehmen hat sich bei den Stellenanzeigen Anpassungsbedarf gezeigt, in 65 Prozent der Unternehmen bei den Personalfragebögen und in 62 Prozent der Unternehmen bei den Anforderungsprofilen. Keinen Handlungsbedarf sehen die befragten Personalmanager derzeit bei den Arbeitszeit- und Urlaubsregelungen sowie bei der Vergütungssystematik.

Rekrutierung wird bürokratischer und unverbindlicher

Nur 21 Prozent der befragten Personalmanager gehen davon aus, dass das AGG zu einer Klagewelle führen wird. Dennoch wappnen sich die untersuchten Unternehmen für etwaige Gerichtsverfahren und nehmen dabei eine stärkere Bürokratisierung des Rekrutierungsprozesses in Kauf: 84 Prozent der Unternehmen dokumentieren die Gründe für die Ablehnung ungeeigneter Bewerber und 71 Prozent bewahren die Bewerbungsunterlagen mindestens bis zum Ablauf der Beschwerdefrist auf. Für die Bewerber bringt das AGG entgegen seiner Intention nicht nur Vorteile mit sich: Sie erhalten von 79 Prozent der Unternehmen nur noch inhaltsleere Absageschreiben und von 30 Prozent der Unternehmen keine Antwort mehr auf ihre Nachfragen.

AGG geht an der betrieblichen Realität des Personalmanagements vorbei

Fast alle Befragungsteilnehmer (92 Prozent) rechnen fest mit einem erhöhten Verwaltungsaufwand und mehr als zwei Drittel bezweifeln die Wirksamkeit des Gesetzes. 88 Prozent der befragten Personalmanager sind der Ansicht, dass der Gesetzgeber bei der Formulierung des AGG die betriebliche Realität des Personalmanagements kaum oder gar nicht berücksichtigt hat.


AGG - Wie reagiert das Personalmanagement? . pdf

Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.