Empirische Studien

Aging Workforce. Ergebnisse eines Personalblitzlichts.

PraxisPapier 6/2005 - Werden ältere Mitarbeiter „wiederentdeckt"? Diesen Eindruck wecken aktuelle Beiträge in Fachzeitschriften und die politischen Diskussionen über eine Anhebung des Renteneintrittsalters. Aber gibt es in der Personalmanagement-Praxis wirklich ein Umdenken? Ist das Personalmanagement in den Unternehmen auf eine „Aging Workforce" vorbereitet? Diesen Fragen ist die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) mit einer aktuellen Befragung unter ihren Mitgliedsunternehmen nachgegangen.

Demografische Entwicklung bisher nur in wenigen Unternehmen auf der personalpolitischen Agenda

Während jeder fünfte Befragungsteilnehmer das Thema für überschätzt hält, kommen 47 Prozent der Personalmanager zurzeit nicht dazu, sich der demografischen Frage anzunehmen, obwohl sie sie für wichtig halten.

Nur jedes dritte Unternehmen hat zumindest damit begonnen, geeignete Maßnahmen und Instrumente zu definieren. Abgeschlossen ist dieser Prozess erst in 4 Prozent der untersuchten Unternehmen. Allerdings sind in vielen Unternehmen bereits einzelne Maßnahmen und Instrumente vorhanden, auf deren Grundlage ein zielgruppenspezifisches Programm zur Erhaltung und Förderung der Arbeitsfähigkeit älterer Mitarbeiter entwickelt werden kann. Mitarbeitergespräche und flexible Arbeitszeitmodelle gibt es zum Beispiel bereits heute in mehr als 80 Prozent der Unternehmen.

Personalmanager schätzen die Erfahrung älterer Mitarbeiter

Der aus der Personalmanagement-Perspektive wichtigste Unterschied zwischen älteren und jüngeren Mitarbeitern ist der Erfahrungsvorsprung der Älteren. Darin stimmen 76 Prozent der befragten Personalexperten überein. An zweiter Stelle (genannt von 51 Prozent der Befragten) steht der Umstand, dass jüngere Mitarbeiter ein geringeres Entgelt beziehen und daher kostengünstiger sind. Für 31 Prozent der Befragungsteilnehmer zählt die Beobachtung, dass Ältere loyaler sind, d.h. seltener von sich aus das Unternehmen verlassen, zu den wichtigsten Unterschieden.

Personalmanager erwarten keine drastische Veränderung der betrieblichen Altersstruktur

Zwar nehmen drei Viertel der befragten Personalmanager an, dass der Anteil der über 45-Jährigen an der Gesamtbelegschaft in ihrem Unternehmen bis zum Jahr 2015 zunehmen wird. Einen deutlichen Zuwachs dieser Mitarbeitergruppe erwartet jedoch nur etwa jeder fünfte Personalexperte.

Alter der Mitarbeiter eher unwichtig für Personalentscheidungen

57 Prozent der befragten Personalmanager haben in den letzten zwölf Monaten Bewerber neu eingestellt, die älter als 45 waren - 40 Prozent haben diesen Bewerbern einen unbefristeten Vertrag angeboten, 17 Prozent einen befristeten. 79 Prozent der Personalverantwortlichen berichten, dass die Anzahl der Weiterbildungsangebote in ihrem Unternehmen unabhängig vom Alter der Mitarbeiter ist. Nur in jedem fünften Unternehmen bekommen Mitarbeiter unter 45 mehr Weiterbildungsangebote als Mitarbeiter über 45.


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Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.