Empirische Studien

Change Management - Veränderungsprozesse aus Sicht des Personalmanagements. Befragungsergebnisse.

PraxisPapier 1/2010 Change Management, Veränderungsmanagement oder auch Management of Change – all diese Begriffe bezeichnen dasselbe: die Steuerung von Veränderungsprozessen in Organisationen. Doch Change Management konkret zu definieren und aus der HR-Perspektive zu erfassen, ist ein schwieriges Unterfangen, wie ein DGFP-Arbeitskreis mit Change-Experten aus der Praxis festgestellt hat. Um die Annahmen und Thesen des Arbeitskreises auf ihre Praxisrelevanz zu prüfen, wurde im Herbst 2009 eine Online-Befragung unter DGFP-Mitgliedsunternehmen durchgeführt. Die empirischen Ergebnisse liegen mit diesem PraxisPapier vor.

Einige Ergebnisse in Kürze:

Die in der Befragung untersuchten Change-Prozesse sind vorwiegend strategisch oder organisatorisch motiviert und zielen in der Mehrheit darauf, die Markt- und Kundenorientierung zu erhöhen, Kosten zu senken oder Prozesse und Abläufe effizienter zu gestalten.

Nach Einschätzung der Mehrheit der Befragten haben Change-Prozesse Projektcharakter, sind zielorientiert, langfristig angelegt, intern motiviert und terminiert.

Kommunikation spielt eine entscheidende Rolle bei Veränderungsprozessen als Instrument, als Erfolgsfaktor und als Kompetenz von Personalmanagern, die in Veränderungsprozesse involviert sind.

Die im untersuchten Change-Prozess aufgetretene Schwierigkeit, die am häufigsten genannt wurde, waren Interessens- bzw. Zielkonflikte der Beteiligten.

Die am häufigsten besetzte Rolle des Personalbereichs ist in den untersuchten Prozessen die des Personalexperten, d.h. desjenigen, der die Anpassung des personalwirtschaftlichen Instrumentariums sicherstellt.

Wurde ein externer Berater hinzugezogen, zeigt sich die Mehrheit der Befragten zufrieden mit dessen Leistung. Die Aufgaben des externen Beraters waren hauptsächlich die fachliche Unterstützung im Prozess.

Eine vollständige, systematische Evaluation des Change-Prozesses hat in nur einem geringen Anteil der Prozesse stattgefunden. Auch zeigt sich, dass in weniger als der Hälfte der Projekte im Vorfeld Evaluationskriterien festgelegt wurden.

Als Faktoren für den erfolgreichen Prozessabschluss wurden zahlreiche Aspekte von Veränderungsprozessen genannt, die sich zu folgenden Punkten zusammenfassen lassen:

  • Projektmanagement
  • Umsetzung/Prozessgestaltung
  • Mitarbeiter und Motivation
  • Einbindung und Zusammenarbeit
  • Kommunikation
  • Führung und Management
  • Promotoren
  • Rolle HR
  • professioneller externer Berater



PraxisPapier 1/2010 - DGFP Studie: Change-Management

Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.