Empirische Studien

DGFP-Kurzumfrage: Social Media am Arbeitsplatz?

Social Media sind aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr weg zu denken. Auch nicht aus dem Arbeitsalltag? Während einige Unternehmen ihren Mitarbeitern die Nutzung von Social Media während der Arbeitszeit untersagen, fördern andere Unternehmen aktiv Social-Media-Aktivitäten ihrer Mitarbeiter, halten sie beispielsweise dazu an, soziale Netzwerke zur Kontaktpflege zu nutzen.

Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) hat Ende März 2012 mit einer kurzen Online-Umfrage untersucht, wie ihre Mitgliedsunternehmen den Zugang zu Social Media gestalten. An der Befragung haben sich 202 Personalmanager beteiligt.

Zugang zu Social Media während der Arbeitszeit wird sehr unterschiedlich gestaltet

Obwohl eine relative Mehrheit von 28 Prozent der untersuchten Unternehmen ihren Mitarbeitern während der Arbeitszeit uneingeschränkten Zugang zu Social Media gewährt, zeigt sich insgesamt ein sehr heterogenes Bild: Fast genauso viele Unternehmen (26 Prozent) untersagen die private Nutzung, 12 Prozent setzen zeitliche Grenzen, 10 Prozent gestatten nur bestimmten Mitarbeitergruppen die Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz, 7 Prozent beschränken den Zugang auf ausgewählte Dienste, 9 Prozent sperren alle Social Media Dienste und immerhin 15 Prozent der Unternehmen haben diesbezüglich noch keine Entscheidung getroffen. Wenn nur bestimmte Mitarbeitergruppen Social Media während ihrer Arbeitszeit nutzen dürfen, sind das vorwiegend Beschäftigte aus den Bereichen Marketing, Vertrieb und HR. In den Fällen, in denen nur bestimmte Social Media Dienste am Arbeitsplatz genutzt werden dürfen, fällt die Wahl hauptsächlich auf XING und LinkedIn, also auf Professional Networks.
Einige Unterschiede im Umgang mit Social Media scheinen sich auch aus der Branchenzugehörigkeit oder der Unternehmensgröße zu ergeben: So gewähren
Dienstleistungsunternehmen eher uneingeschränkten Zugang, Produktionsunternehmen sperren eher alle Social Media Dienste und die Beschränkung auf ausgewählte Dienste ist vor allem in großen Unternehmen üblich.

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Social Media Guidelines verbreiteter als auf Social Media bezogene Weiterbildungsangebote

Zwei von drei befragten Personalmanagern sind sich einig, dass es in ihren Unternehmen keine auf Social Media bezogenen Weiterbildungsangebote geben wird. Solche Angebote gibt es aktuell auch lediglich in 15 Prozent der untersuchten Unternehmen. Social Media Guidelines sind im Vergleich schon weiter verbreitet: Bereits jedes dritte Unternehmen verfügt über Regeln für den betrieblichen Umgang mit Social Media und ein weiteres Drittel plant konkret deren Einführung. In absehbarer Zeit werden also die Unternehmen, die keine Guideline anbieten, in der Minderheit sein.
Unternehmen, die bereits über Social Media Guidelines verfügen, gewähren ihren Mitarbeitern übrigens eher uneingeschränkten Zugang zu Social Media.

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Im Zusammenhang mit Social Media wurden bislang kaum arbeitsrechtliche Maßnahmen ergriffen

Arbeitsrechtliche Maßnahmen im Zusammenhang mit Social Media wurden bisher nur in jedem zehnten Unternehmen ergriffen – und zwar eher in großen Unternehmen. Dabei ging es vornehmlich um unzulässige Äußerungen eines Mitarbeiters oder um eine (übermäßige) private Nutzung von Social Media während der Arbeitszeit.

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Zum Hintergrund der Befragung

  • Zu der Online-Befragung waren 1686 Personalmanager aus DGFP-Mitgliedsunternehmen eingeladen worden. 202 Personalmanager nahmen an der Umfrage teil (12 Prozent).
  • Die Befragung wurde im Zeitraum vom 19. bis zum 23. März 2012 durchgeführt.
  • An der Umfrage haben Personalmanager aus Unternehmen aller Größenklassen teilgenommen (45 Prozent unter 500 Mitarbeiter; 17 Prozent 500 bis 999 Mitarbeiter; 20 Prozent 1.000 bis 2999 Mitarbeiter; 13 Prozent 3.000 bis 9999 Mitarbeiter; 5 Prozent 10.000 und mehr Mitarbeiter). Auch alle Branchen sind in der realisierten Stichprobe repräsentiert (Produktion: 42 Prozent; Dienstleistung: 36 Prozent; Handel: 12 Prozent; Sonstige: 10 Prozent).
DGFP-Kurzumfrage Social Media

Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.