Empirische Studien
Flexibilitätsförderndes Personalmanagement. Ergebnisse einer Tendenzbefragung zu Rahmenbedingungen und Maßnahmen.
Ein Personalmanagement, das proaktiv die Flexibilität des
Unternehmens fördert, erhöht dessen Handlungsfähigkeit in
kritischen Situationen und trägt so maßgeblich zur Krisenvermeidung
bei. Doch wie weit verbreitet sind Ansätze für ein systematisches
flexibilitätsförderndes Personalmanagement? Mit einer aktuellen
Tendenzbefragung unter ihren Mitgliedsunternehmen ist die Deutsche
Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) dieser Frage
nachgegangen.
Die Förderung der Flexibilität ist in 44 Prozent der Unternehmen
expliziter Bestandteil der Personalstrategie; bei weiteren 39
Prozent ist der Gedanke der Flexibilitätsförderung implizit in der
Personalstrategie enthalten. Die Mehrzahl der Personalmanager hat
diese Strategie offenbar verinnerlicht: Knapp 90 Prozent der
Befragten verstehen sich in ihrer Personalmanager-Rolle als
proaktiv oder eher proaktiv; 80 Prozent beschreiben sich selbst als
flexibilitätsorientiert oder eher flexibilitätsorientiert.
67% der Personalmanager meinen, dass das eigene Unternehmen im
Vergleich zu anderen Unternehmen sehr flexibel beziehungsweise
ziemlich flexibel auf Veränderungen in seinem Umfeld reagiert.
Knapp die Hälfte der Untersuchungsteilnehmer hält den Beitrag des
Personalmanagements zur Flexibilisierung im eigenen Unternehmen für
sehr stark oder stark. Zwischen dem Flexibilisierungsbeitrag des
Personalmanagements und der Flexibilität des Unternehmens besteht
ein starker Zusammenhang.
Zu den flexibilitätsfördernden Instrumenten, die gegenwärtig in
mindestens zwei von drei Unternehmen eingesetzt werden, zählen
befristete Arbeitsverträge (in 97 % der Unternehmen),
Arbeitszeitkonten (77 %), Abbau von Überstunden beziehungsweise
Resturlaub (73 %), Aufhebungsverträge (73 %), Altersteilzeit (70
%), ertragsorientierte Vergütung (69 %) und externe Zeitarbeit (66
%).
Kapazitätsorientierte Arbeitszeitmodelle werden zwar von 85 Prozent
der Befragungsteilnehmer hinsichtlich ihres Nutzens positiv
beurteilt, zur Anwendung kommt dieses Instrument aber nur in 44
Prozent der untersuchten Unternehmen.
Auf Widerstände im Unternehmen stoßen die befragten Personalmanager
vor allem bei betriebsbedingten Kündigungen und bei
Arbeitszeitverlängerungen ohne Entgeltausgleich. In den meisten
Fällen geht der Widerstand von den Mitarbeitern und / oder dem
Betriebsrat aus. Von dieser Regel gibt es jedoch auch Ausnahmen:
Gegen den Abbau von Überstunden wenden sich die Führungskräfte
gemeinsam mit den Mitarbeitern. Beim Einstellungsstopp geht der
Widerstand sogar hauptsächlich von den Führungskräften aus.
Insgesamt berichtet nur ungefähr jeder zehnte Befragungsteilnehmer
von Widerständen beim Einsatz flexibilitätsfördernder
Personalinstrumente.
Gut die Hälfte der untersuchten Unternehmen fördert gezielt die
Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter - primär durch frühzeitige
und umfassende Informationen über Veränderungsnotwendigkeiten sowie
durch eine individuelle Beratung im Hinblick auf
Veränderungsmöglichkeiten gefördert. Etwas mehr als zwei Drittel
der Unternehmen fördern die Employability ihrer Mitarbeiter
systematisch. Dazu greifen sie vor allem auf spezifische
Weiterbildungsangebote und eine individuelle Beratung in Fragen der
Personalentwicklung zurück.
Als sehr hinderlich oder hinderlich im Hinblick auf die
Implementierung von flexibilitätsfördernden Personalmaßnahmen
empfindet die Mehrheit der Befragungsteilnehmer das
Kündigungsschutzgesetz, das Arbeitszeitgesetz und das
Betriebsverfassungsgesetz. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz und
das Altersteilzeitgesetz halten hingegen die meisten Befragten für
sehr förderlich oder förderlich.
Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.


