Empirische Studien

Kurz gefragt: Ihre Meinung zum Ausbildungsbonus

Ende Februar 2008 hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Verbesserung der Ausbildungschancen förderungsbedürftiger junger Menschen beschlossen. Dieser Entwurf sieht unter anderem vor, dass Unternehmen, die besonders förderungsbedürftigen Jugendlichen zusätzliche Ausbildungsplätze anbieten, einen finanziellen Zuschuss von 4000 bis 6000 Euro erhalten - den sogenannten Ausbildungsbonus.

Als besonders förderungsbedürftig gelten Jugendliche, die bereits seit längerem erfolglos eine Lehrstelle suchen und

  • über einen mittleren Schulabschluss mit höchstens der Abschlussnote „Ausreichend“ in Deutsch oder Mathematik oder
  • über höchstens einen Hauptschulabschluss verfügen
  • oder lernbeeinträchtigt oder sozialer benachteiligt sind.

Der Ausbildungsbonus ist ein Bestandteil der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung. Ziel dieser Initiative ist die Schaffung von 100.000 zusätzlichen Ausbildungsplätzen bis zum Jahr 2010.

Mit einer Kurzumfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen ist die DGFP e.V. Anfang März 2008 der Frage nachgegangen, wie Personalmanager den Ausbildungsbonus beurteilen.

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Ausbildungsbonus stellt für die meisten Unternehmen keinen Anreiz dar

Für die meisten Unternehmen stellt der Ausbildungsbonus keinen Anreiz dar, zusätzliche Ausbildungsplätze für besonders förderungsbedürftige Jugendliche zu schaffen: 78 Prozent der befragten Personalmanager geben an, dass ihr Unternehmen im kommenden Ausbildungsjahr den Ausbildungsbonus (wahrscheinlich) nicht zum Anlass nehmen wird, solche zusätzlichen Lehrstellen zu schaffen. Lediglich 4 Prozent planen, aufgrund des Ausbildungsbonus im kommenden Ausbildungsjahr zusätzliche Ausbildungsplätze für besonders förderungsbedürftige Jugendliche anzubieten.

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Ausbildungsbonus ist allein nicht ausreichend

Die Mehrzahl der Befragungsteilnehmer (69 Prozent) hält die Idee, die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze für besonders förderungsbedürftige Jugendliche zu subventionieren, für grundsätzlich richtig, aber allein nicht ausreichend. Knapp ein Drittel der Befragten lehnt diesen Ansatz rundweg ab, weil er Ihrer Ansicht nach die Gefahr von Fehlanreizen und Mitnahmeeffekten birgt.

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Personalmanager bezweifeln die Effektivität des Ausbildungsbonus

Dass der Ausbildungsbonus dazu beitragen wird, bis zum Jahr 2010 100.000 zusätzliche Lehrstellen zu schaffen, bezweifeln 69 Prozent der befragten Personalmanager. Nur 5 Prozent halten einen solchen Effekt für wahrscheinlich.

Ausbildungsbonus kuriert an den Symptomen

Aus ihren Kommentaren wird deutlich, dass die befragten Personalmanager die Ausbildung förderungsbedürftiger Jugendlicher als wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe betrachten. Sie weisen darauf hin, dass die Herausforderung darin bestehe, den Jugendlichen langfristigere Beschäftigungsperspektiven zu bieten: „Es muss genau betrachtet werden, in welchen Berufsbildern diese jungen Menschen eine echte Chance auf Erfolg und nachhaltige Entwicklungsperspektiven haben.“

Von entscheidender Bedeutung sei die Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen; Mindestanforderungen müssten erfüllt werden: „Sind diese Mindestanforderungen nicht gegeben, macht eine Ausbildung keinen Sinn, auch wenn finanzielle Zuschüsse locken.“ Der Ausbildungsbonus gleiche den höheren Betreuungsaufwand für förderungsbedürftige Jugendliche nicht aus.

Viele Befragungsteilnehmer sind der Ansicht, dass der Ausbildungsbonus an den Symptomen kuriere. Sie wünschen sich eine frühzeitige Förderung der betroffenen Schüler und eine adäquate Unterstützung ihrer Eltern.

Zum Hintergrund der Umfrage:

  • Zu der Online-Befragung waren 710 verantwortliche Personalmanager aus DGFP-Mitgliedsunternehmen eingeladen worden. 132 Personalmanager haben an der Befragung teilgenommen (19 Prozent).
  • Unter den Befragungsteilnehmern sind Personalmanager aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen (33 Prozent unter 500 Mitarbeiter; 20 Prozent 500 bis unter 1000 Mitarbeiter; 41 Prozent 1000 bis unter 5000 Mitarbeiter; 6 Prozent ab 5000 Mitarbeiter) sowie aus allen Branchen (Schwerpunkte: Maschinen-/Fahrzeugbau: 19 Prozent; Chemie/Pharma: 14 Prozent; Elektroindustrie: 11 Prozent).



DGFP Blitzlicht - Ausbildungsbonus.pdf

Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.