Empirische Studien

Kurz gefragt: Ihre Meinung zum Personalabbau in Deutschland

Ende Juli 2009 hat der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, die aktuellen Arbeitslosenzahlen präsentiert. Er prognostizierte, dass einige Unternehmen noch in diesem Jahr in die Situation kommen würden, Mitarbeiter entlassen zu müssen. Mit einer Kurzumfrage hat die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) im August 2009 nachgefragt, wie die wirtschaftliche Situation unter ihren Mitgliedsunternehmen aussieht, welche Gründe aus Sicht der Personalmanager gegen Personalabbau sprechen und wie die Entwicklung des Abbaus von Stammbelegschaften in deutschen Unternehmen bis Ende des Jahres eingeschätzt wird.

Die meisten Unternehmen bleiben bislang vom Personalabbau verschont

Immerhin jedes vierte der befragten Unternehmen befindet sich derzeit nicht in einer wirtschaftlichen Krisensituation und muss daher weder mit Flexibilisierungsmaßnahmen noch mit Kapazitätsreduktion auf die Wirtschaftskrise reagieren. Jedes dritte Unternehmen kann die angespannte wirtschaftliche Situation mit flexibilitätsorientierten Maßnahmen wie Kurzarbeit oder Über-stundenabbau bewältigen. Eins von fünf Unternehmen reduziert seine Kapazitäten durch beispielsweise Aufhebungsverträge oder Nichtverlängerung befristeter Verträge, während lediglich 13 Prozent der befragten Unternehmen tatsächlich ihre Stammbelegschaft reduzieren und Mitarbeitern betriebsbedingt kündigen.

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Fachkräftebindung ist das wichtigste Argument gegen Personalabbau

Die Frage, was die wichtigsten Gründe für krisengezeichnete Unternehmen sein könnten, dennoch auf Personalabbau zu verzichten, beantwortet eine deutliche Mehrheit mit der Fachkräftebindung für einen zukünftigen konjunkturellen Aufschwung. Mehr als jedes zweite Unternehmen nennt den Motivationsverlust bei den verbleibenden Mitarbeitern. Als weitere wichtige Gründe werden die eingeschränkten Gestaltungsoptionen durch die gesetzlich vorgeschriebene Sozialauswahl sowie Imageverluste des Unternehmens genannt. Weitere Argumente, die gegen Personalabbau sprechen, wie arbeitsrechtliche Konsequenzen, der Einfluss externer Stakeholder und die persönlichen Bindungen zu den potenziell betroffenen Mitarbeitern sind nach Meinung der befragten Personalmanager hingegen nicht so relevant.

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Die überwiegende Mehrheit erwartet weiteren Personalabbau

Neun von zehn Personalmanagern erwarten weiteren Stellenabbau in Deutschland bis Ende des Jahres 2009: Jeder vierte (25 Prozent) glaubt, dass es einen starken Anstieg betriebsbedingter Kündigungen geben wird, während zwei von drei (63 Prozent) lediglich von einem leichten Anstieg ausgehen. Nur acht Prozent meinen, dass der Personalabbau in deutschen Unternehmen stagnieren bzw. etwas abnehmen wird. Nach Branche oder Unternehmensgröße differenziert lassen sich in dieser Einschätzung keine signifikanten Unterschiede feststellen.

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Zum Hintergrund der Umfrage

  • Zu der Online-Befragung waren 564 Personalmanager aus DGFP-Mitgliedsunternehmen eingeladen worden. 120 Personalmanager nahmen an der Befragung teil (21 Prozent).
  • Unter den Befragungsteilnehmern sind Personalmanager aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen (6 Prozent unter 250 Mitarbeiter; 11 Prozent 250 bis unter 500 Mitarbeiter; 20 Prozent 500 bis unter 1.000 Mitarbeiter; 31 Prozent 1.000 bis unter 3.000 Mitarbeiter; 21 Prozent 3.000 bis unter 10.000 Mitarbeiter; 11 Prozent 10.000 und mehr Mitarbeiter) sowie aus den Bereichen Produktion (56 Prozent), Dienstleistung (28 Prozent), Öffentliche Verwaltung (3 Prozent), Handel (4 Prozent) und Sonstige (10 Prozent). Nicht teilgenommen haben Verbände/Vereine.


Zugunsten der Lesbarkeit beschränken wir uns im Text auf die männliche Form der Positions- und Funktionsbeschreibungen.



Ergebnisbericht: Personalabbau . pdf

Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.