Empirische Studien

Organisation des Personalmanagements. Ergebnisse einer Tendenzbefragung.

PraxisPapier 3/2006, Stichworte: Expertise Center, Service Center, Business Partner, Outsourcing, Restrukturierung

Personalmanagement sowohl zentral als auch dezentral

Viele Aufgaben des Personalmanagements werden in zentralen Organisationseinheiten gebündelt: In 72 Prozent der untersuchten Unternehmen gibt es Expertise Center, in denen vornehmlich konzeptionelle Personalmanagement-Aufgaben bearbeitet werden; Service Center, die primär für administrative Aufgaben des Personalmanagements zuständig sind, findet man in 65 Prozent der Unternehmen. Daneben gibt es in den meisten Unternehmen dezentral angesiedelte Personalmanager, die die Führungskräfte beraten.

Es gibt immer mehr Möglichkeiten, das Personalmanagement zu organisieren. Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) ist deshalb mit einer aktuellen Befragung unter ihren Mitgliedsunternehmen der Frage nachgegangen, welche Trends sich abzeichnen. An der Untersuchung haben sich 121 mittelständische und große Unternehmen aus allen Branchen beteiligt.

Einbindung der Linienführungskräfte

Eine konsequente Dezentralisierung der Personalmanagement-Aufgaben bedeutet auch eine stärkere Einbindung der Linienführungskräfte: In 49 Prozent der untersuchten Unternehmen leben bereits alle oder viele Führungskräfte ihre Rolle als Träger der Personalfunktion. Ein Manager-Self-Service-System gibt es schon in 26 Prozent der Unternehmen, weitere 39 Prozent planen dessen Einführung. Auch Employee-Self-Services werden in absehbarer Zeit an Bedeutung gewinnen.

Regelmäßige Überprüfung der Personalmanagement-Organisation keine Selbstverständlichkeit

Eine regelmäßige Überprüfung, ob die Organisation des Personalmanagements den Leistungserstellungsprozess optimal unterstützt, findet lediglich in 37 Prozent der untersuchten Unternehmen statt. Als Anhaltspunkte für ein Organisationscontrolling nutzen die befragten Personalmanager die Ergebnisse von Kundenbefragungen oder quantitative Kenngrößen wie zum Beispiel Durchlaufzeiten. Die Hälfte der Befragungsteilnehmer ist derzeit uneingeschränkt zufrieden mit der Organisation des Personalmanagements in ihrem Unternehmen.

Reorganisationsmaßnahmen im Personalmanagement an der Tagesordnung

In 79 Prozent der untersuchten Unternehmen wurde das Personalmanagement in den letzten fünf Jahren mindestens einmal reorganisiert. In den meisten Fällen (47 Prozent) waren ineffiziente Personalmanagement-Prozesse der Anlass für die Restrukturierung; ausschlaggebend waren aber auch eine Restrukturierung des Unternehmens (41 Prozent) oder ein Wechsel der Personalleitung (39 Prozent). Mit den Reorganisationsmaßnahmen wurde in den meisten Unternehmen (73 Prozent) eine Professionalisierung des Personalmanagements angestrebt. Als wichtige Rahmenbedingungen für Restrukturierungen im Personalmanagement identifizieren die Befragungsteilnehmer die Unternehmensziele, die Unternehmenskultur, die Organisation des Unternehmens und die Erwartungen der Unternehmensleitung.

Zurückhaltung beim Outsourcing von Personalmanagement-Aufgaben

Für die Mehrheit der Befragungsteilnehmer (59 Prozent) kommt das Outsourcing von Aufgaben des Personalmanagements nicht in Betracht. Ein Drittel der untersuchten Unternehmen hat bereits Personalmanagement-Aufgaben an externe Dienstleister vergeben. Am ehesten wird die Lohn- und Gehaltsabrechnung outgesourct. Die Unternehmen, die über Outsourcing-Erfahrung verfügen, sehen den Hauptvorteil darin, dass der Personalbereich Kapazitäten für andere Aufgaben gewinnt. Die Outsourcing-Gegner sind skeptisch im Hinblick auf das Kostensenkungspotenzial.

PraxisPapier 3/2006 - DGFP Studie: Organisation des Personalmanagements

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