Fachmagazin PERSONALFÜHRUNG

Juli/August 2016: Agiles Personalmanagement

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Für viele Unternehmen liegt die Antwort auf die Herausforderungen sich immer schneller verändernder Märkte in der Agilität – also dem dynamischen Zusammenspiel mehrerer Elemente oder Akteure in einem offenen System. Doch agile Arbeitsweisen eignen sich nicht unbedingt per se in allen Unternehmensbereichen. Insbesondere dort, wo stabile Rahmenbedingungen vorherrschen, Prozesse wenig komplex sind und Skaleneffekte erzielt werden sollen, liegen die Stärken klassischer effizienzorientierter Arbeitskonzepte. HR steht daher in Abhängigkeit von der jeweils zu lösenden Aufgabe vor der Herausforderung, sowohl effizienz- als auch agilitätsorientierte Arbeitsweisen im Unternehmen zu fördern. Ruth Stock-Homburg, Matthias Groß und Daniel Roller plädieren deshalb für ein integriertes Personalmanagement.

Um die Anforderungen der Fachabteilungen zu erfüllen, muss sich das Personalmanagement ständig an die sich ändernden Gegebenheiten der Umwelt sowie die variierenden Anforderungen der Abteilungen anpassen und darauf flexibel reagieren. Wie sich bewährte Methoden des agilen Projektmanagements auf das HR-Management übertragen lassen, beschreiben Herbert Gölzner, Christine Heldmann und Marco Ahammer.

Axel Springer verfolgt Digitalisierung und Transformation konsequent, zügig und erfolgreich. Dabei ist für das Verlagshaus das innovative und agile Unternehmen Zielbild der Veränderung. Dieses beschreibt einen Ort, an dem interdisziplinäre Teams schnell Ideen und Prototypen entwickeln, diese testen und aus Feedback und Fehlern lernen, um das Produkt noch besser und erfolgreicher zu machen. Johannes Burr erläutert, was in der HR-Funktion bei Springer unter Agilität verstanden wird, warum Transformation ein Zielbild voraussetzt, diese sowohl bei der Person als auch der Organisation ansetzen muss und wie die Personalentwicklung agile Produkte erstellen kann.

Im Tech-Bereich von Zalando sind aufgrund des kräftigen Wachstums der vergangenen Jahre Führungsstrukturen entstanden, die den Anforderungen eines sich permanent wandelnden, dynamischen Marktes zuletzt nicht mehr vollständig gerecht geworden sind. Zusammen mit Kienbaum hat der Online-Retailer daher mit „Radical Agility Leadership“ im Tech-Bereich ein neues Führungsmodell entwickelt. Kennzeichnend dafür sind drei unterschiedliche Führungsrollen. Für diese Rollen wurden mit der Hilfe von agilen „Development Talks“ passende Führungskräfte identifiziert, berichten Maren Kroll, Isabella Efthimiou und Jan-Marek Pfau.

Bei OTTO ist die digitale Transformation gelungen, anders als bei vielen ehemaligen Wettbewerbern, die nicht mehr exisitieren. Früher ein klassischer Katalog-Versandhändler, betreibt das Hamburger Unternehmen heute den weltweit zweitgrößten Online-Shop für den Endverbraucher und erzielt 90 Prozent seines Umsatzes im Online-Handel. „Wer nicht reagiert, wird abgehängt“, sagt Sabine Josch, Personaldirektorin bei OTTO. Im Herausgeber-Interview spricht sie über den digitalen Wandel, neue Arbeitsformen und veränderte Unternehmenskultur.

Mit seinem Cultural Executive Education Program (CEEP) hat der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI ein einzigartiges Weiterbildungsprogramm für High Potentials in der Wirtschaft entwickelt. Das Seminar schärft kulturelle Kompetenzen und ist dafür konzipiert, Personalentwicklungs- und HR-Strategien von Unternehmen und Institutionen nachhaltig zu bereichern. In der Interaktion mit Intendanten, Künstlern, Dirigenten, Literaten, Kunstsammlern und Kuratoren werden neue Lösungswege für Problemstellungen in der Arbeitswelt aufgezeigt, die Reflexionsfähigkeit gestärkt und innovatives Denken gefördert.

INHALT AUSGABE Juli/August 2016

Agiles Personalmanagement: Der Schwerpunkt im Überblick.

  • Zwischen Agilität und Effizienz Agile Arbeitsweisen sind kein Allheilmittel: Unternehmensbereiche, die durch stabile Rahmenbedingungen und einfache Prozesse geprägt sind, erfordern eher effizienzorientierte Arbeitskonzepte. Die Kunst besteht darin, Agilität und Effizienz richtig auszubalancieren – durch integriertes Personalmanagement.
  • Flexibel reagieren Die Märkte verändern sich immer schneller  – und mit ihnen die Anforderungen an Führungskräfte. Agiles Personalmanagement geht einen Schritt über das gängige HR-Business-Partner-Konzept hinaus, indem HR-Aktivitäten zeitlich begrenzt, situationsabhängig angepasst und autonom gestaltet werden.
  • „Walk the Talk“ Die Axel Springer SE wandelt sich von einem klassischen Verlagshaus zu einem digitalen Medienunternehmen. Die Personalentwicklung begleitet diesen Prozess intensiv und verdient sich so das Prädikat „agil“. Wichtige Erkenntnis: HR-Produkte „von der Stange“ haben keine Zukunft, sie werden durch bewegliche Angebote ersetzt.
  • Pragmatisch und wertschätzend Zusammen mit Kienbaum bringt der Online-Händler Zalando ein neues Führungsmodell an den Start: „Radical Agility Leadership“ zeichnet sich durch drei unterschiedliche Führungsrollen aus. Geeignete Kandidaten für diese Rollen werden durch „Development Talks“ identifiziert.
  • DGFP-Standpunkt Believe the hype! Agiles Vorgehen kann Organisationen schneller reagieren und näher an die Bedürfnisse ihrer internen wie externen Kunde heranrücken lassen. Wer aber glaubt, Agilität per Order ausrufen zu können, der irrt. Notwendig sind ein Kulturwandel und eine Organisationsanpassung zugleich, die durchaus Jahre dauern können. 

AKTUELLES

EVIDENZ to go.
Was bringt Coaching?

HR VOR ORT

DGFP-Tagung zur Bildungspolitik, HR Innovation Roadshow

HR PERSÖNLICH

Angela Titzrath, Klaus-Dieter Peters, Joachim Sauer, Anke Schmidt, Bettina Orlopp, Frank Annuscheit, Katja Steinweg, Dieter Babiel, Gabriele Fanta.

KURZ GESAGT
Change-Ausbildung macht fit für Digitalisierung, Studie „Mobiles Arbeiten“, VisionForum 2016 zur Zukunft der Arbeit.

HERAUSGEBER-INTERVIEW

„Wer nicht reagiert, wird abgehängt.“ Sabine Josch, Personaldirektorin des Online-Händlers OTTO, über den digitalen Wandel, neue Arbeitsformen und veränderte Unternehmenskultur.

FACHBEITRÄGE

  • Führen durch Kunst Mit dem Cultural Executive Education Program (CEEP) schärft der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. die kulturellen Kompetenzen von Führungskräften. Plus: Interview mit BASF-Arbeitsdirektorin Margret Suckale.
  • Alter ist relativ Das Best-Practice-Beispiel Mercedes-Benz zeigt, dass Mitarbeiter lern- und leistungsfähiger sind, wenn ihr Unternehmen umdenkt: von einer defizit- zu einer potenzialorientierten Bewertung des Alters. Fabiola H. Gerpott / Heino Niederhausen / Sven C. Voelpel, Bremen.

SERIVCE

AKTUELLE RECHTSPRECHUNG

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BÜCHER

  • digitale führung Es geht nicht nur um IT und neue Technologien, wenn Unternehmen die digitale Transformation einleiten. Mindestens ebenso wichtig seien menschliche, kulturelle und soziale Aspekte, betonen Martin A. Ciesielski und Thomas Schutz in ihrem neuen Buch „Digitale Führung“. PERSONALFÜHRUNG hat Ciesielski zum Autorengespräch gebeten.

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