Fachmagazin PERSONALFÜHRUNG

September 2016: Belegschaften und Fachkräftesicherung

PF 08 16

Kein Unternehmen kommt an Megatrends wie der globalen Migration vorbei. Deren Chancen und Risiken zu antizipieren, wird vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels überlebensnotwendig. Diversity ist dabei gleichermaßen Treiber des gesellschaftlichen Wandels wie auch eine Antwort auf die Herausforderungen der Arbeitswelt von morgen. Auf betrieblicher Ebene muss ein konsequentes Diversity Management gerade auch die Situation der Flüchtlinge in den Fokus rücken, fordern Jutta Rump und Silke Eilers.


Mit der Diversität der Belegschaften wachsen die Ansprüche an die Integrationsfähigkeit der Unternehmen. Der Personalbereich muss lernen, aus einer Vielzahl von kulturellen, sozialen und individuellen Dispositionen Talente zu gewinnen – und langfristig zu binden. Professionelles Integrationsmanagement wird so zu einem zentralen Baustein der Fachkräftesicherung. Die Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) in Mannheim hat diesen Bedarf frühzeitig erkannt und eine Qualifizierungslinie „Integrationsmanagement“ aufgebaut, so HdWM-Präsident Michael Nagy.


Die meisten Konzerne verfügen über ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen, um ambitionierte Personalkonzepte umzusetzen – auch im Diversity Management. Das heißt aber nicht, dass Mittelständler in dieser Hinsicht automatisch eine Liga tiefer spielen. Der Outdoor-Ausrüster Vaude befasst sich intensiv mit den Themen Familien- und Frauenförderung, Altersdiversität, Inklusion von Menschen mit Behinderung und Flüchtlingsintegration. Personalleiterin Miriam Schilling macht im Gespräch mit Christoph Stehr klar, dass innovative Personalarbeit nicht immer kennzahlengetrieben sein muss – und dass es auch so etwas wie „Karrierediversität“ gibt.


Für DHL Express arbeiten 90 000 Menschen in 220 Ländern. Seit vielen Jahren spielt Diversity in den Strategien des Unternehmens eine wichtige Rolle – wie auch beim Mutterkonzern Deutsche Post DHL Group. Regine Büttner, HR-Chefin von DHL Express, sieht Diversity als DNA der Organisation und als riesige Chance. Gerade HR sollte hier die Vorreiterrolle übernehmen, so Büttner. Schließlich brauchten Unternehmen „für morgen“ Fach- und Führungskräfte aller Nationalitäten, um die Absatzmärkte zu verstehen und um Innovation zu beschleunigen.

Joachim Deppe kennt die praktische und die theoretische Seite von HR: Als Personalleiter von Hydro Aluminium Rolled Products ist er verantwortlich unter anderem für die deutschen Mitarbeiter des norwegischen Konzerns, als Honorarprofessor unterrichtet er die BWL-Studenten der Technischen Hochschule Köln. Im Herausgeber-Interview spricht Deppe über die strategische Bedeutung von HR im Unternehmen, über die Besonderheiten einer skandinavisch geprägten Konzernkultur und über Win-Win-Chancen in der Zusammenarbeit zwischen Praxis und Lehre.

Das Internet verbindet nicht nur Menschen, sondern zunehmend auch Menschen mit Maschinen sowie Maschinen untereinander. Für das Personalmanagement folgt daraus, dass die Steuerungs- und Problemlösungskompetenzen der Mitarbeiter und Führungskräfte gestärkt werden müssen. Dies kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten den Mut zur Veränderung aufbringen, sagen Markus Dahm und Eva Walther.
Die Mehrheitsverhältnisse in Sachen mobiles Arbeiten haben sich umgekehrt: Schon mehr als die Hälfte der Beschäftigten arbeitet heute mobil, während rein stationäre Arbeitsplätze langsam von der Bildfläche verschwinden. Das hat Vor- und Nachteile – für Arbeitgeber und Beschäftigte, schreiben Jochen Prümper, Matthias Becker und Stefanie Hornung.


INHALT AUSGABE 9/2016

Diverse Belegschaften und Fachkräftesicherung: Der Schwerpunkt im Überblick

Vorfahrt für Interkulturalität Die globale Migration ist ein Trend, dem sich Unternehmen nicht verschließen können. Diversity Management sollte deshalb gerade die Situation von Flüchtlingen in den Fokus rücken. Eine neue Studie des Instituts für Beschäftigung und Employability IBE an der Hochschule Ludwigshafen zeigt, welche Erfahrungen Unternehmen dabei machen.

Hohe Schule der Integration
Je vielfältiger die Belegschaften werden, desto mehr muss sich das Personalmanagement bemühen, aus einer Vielzahl von kulturellen, sozialen und individuellen Dispositionen Talente zu sichten und zu binden. Professionelles Integrationsmanagement kann so die Fachkräftesicherung wirkungsvoll unterstützen.

Divers heißt innovativ
Der Outdoor-Ausrüster Vaude beweist, dass Diversity Management keine Frage großer Budgets ist, sondern sich auch in mittelständischen Strukturen erfolgreich umsetzen lässt. Im Interview spannt Personalchefin Miriam Schilling einen Bogen von Familien- und Frauenförderung, Altersdiversität, Inklusion bis hin zur Flüchtlingsintegration.

„Kein Platz für Intoleranz“ Im Leitbild der Deutsche Post DHL Group ist die Ablehnung jedweder Form von Diskriminierung verankert. Verschiedene Programme sollen das Verständnis der Mitarbeiter für Vielfalt stärken. Ein Gespräch mit Regine Büttner, die das globale und europäische HR-Management der Division DHL Express leitet.

DGFP-IMPULS DIVERSITY: OHNE DRUCK KEINE BEWEGUNG?
Hilfreich zur Förderung von Diversity ist nicht politischer Druck, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werden die Veränderungen ohnehin bewirken, so Katharina Heuer und Annalena Bolsinger.

AKTUELLES

EVIDENZ TO GO
Wie funktionieren Algorithmen?

HR VOR ORT
HR Innovation Roadshow, ElterngeldPlus

HR PERSÖNLICH
Mark Langer, Stefan Grötecke, Jakob Leufgens, Melanie Kreis, Angelika Kambeck, Peter Schmidt, Sybille Reiß

KURZ GESAGT
DGFP-Ausbildung für Personalentwickler, Neuer kaufmännischer DGFP-Geschäftsführer, „Attraktiv als Arbeitgeber“, HR Doppelpass, Betriebliches Gesundheitsmanagement 3.0

HERAUSGEBER-INTERVIEW
„Kultur kontinuierlich verbessern“
Der norwegische Norsk-Hydro-Konzern setzt auf die zentralen Werte Zusammenarbeit, Entschlossenheit, Weitblick, Respekt und Mut. Was das für den betrieblichen Alltag und das Miteinander der Beschäftigten bedeutet, erläutert Joachim Deppe, Personalchef der deutschen Konzerngesellschaft Hydro Aluminium Rolled Products, im Gespräch mit DGFP-Geschäftsführerin Katharina Heuer.

FACHBEITRÄGE

MENSCH UND MASCHINE
Damit Mitarbeiter sich sicher im Internet der Dinge bewegen können, muss das Personalmanagement ihre Steuerungs- und Moderationskompetenzen stärken

MOBILES ARBEITEN
Eine Folge der Digitalisierung ist, dass orts- und zeitunabhängiges Arbeiten erleichtert wird. Doch sind Unternehmen und ihre Beschäftigten fit für „Mobile Work“? Eine aktuelle Studie liefert Antworten.

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ARBEITSZEIT ANDERS GESTALTEN Ein kompetenter und sorgsamer Umgang mit der Zeit wird zum erfolgskritischen Faktor für Unternehmen. Sie benötigen nicht nur innovative Modelle der Arbeitszeitgestaltung, sondern müssen auch ihre Kultur entsprechend anpassen, sagt Martin Seiler, Herausgeber des neuen Sammelbands „Wem gehört die Zeit?“.


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