PraxisPapiere
2/2005
Human Capital Management. Ergebnisse einer Tendenzbefragung.
DGFP-Studie: Human Capital Management in den Kinderschuhen
Die Wahl des Begriffs „Humankapital" zum Unwort des Jahres 2004 und die anschließenden Diskussionen haben die Unschärfe dieses Begriffs verdeutlicht - für die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) eine Bestätigung, sich weiterhin konzeptionell mit diesem Thema zu beschäftigen und es mit einer aktuellen Tendenzbefragung unter ihren Mitgliedsunternehmen genauer zu beleuchten.
Nur wenige Unternehmen beschäftigen sich bereits mit dem Thema Humankapital-Bewertung
Die deutliche Mehrzahl (73%) der untersuchten Unternehmen beschäftigt sich (noch) nicht mit dem Thema Humankapital-Bewertung. Einige Unternehmen sind skeptisch gegenüber der Messbarkeit „weicher Faktoren" bzw. dem Nutzen von Kennzahlen insgesamt. Andere Unternehmen sind zwar von dem Nutzen der Humankapital-Bewertung grundsätzlich überzeugt, warten aber zunächst die Entwicklung verbindlicher Standards ab oder sind noch mit der Etablierung eines Personalcontrolling-Systems als Grundlage für die Humankapital-Bewertung beschäftigt.
66% der Unternehmen, die sich bereits intensiv mit der Humankapital-Bewertung befassen, tun dies, um Personalaspekte in das Risikomanagement einbeziehen zu können. Das Wertschöpfungspotenzial der Humanressourcen - auch im Hinblick auf Standortdiskussionen - transparent machen zu wollen, ist ein weiterer Beweggrund.
Der Wert des Humankapitals zeigt sich vor allem im Potenzial der Mitarbeiter
Was verbinden Personalmanager eigentlich mit dem Begriff Humankapital? 82% der befragten Personalmanager meinen, dass sich der Wert des Humankapitals vor allem in dem Potenzial der Mitarbeiter zeigt. Die Leistung der Mitarbeiter (76%), ihre Motivation (77%) und das im Unternehmen gelebte Führungsverhalten (83%) sind weitere Bestandteile des intuitiven Begriffsverständnisses.
Die Mitarbeiterzufriedenheit ist ein wichtiger Indikator für den Wert des Humankapitals
82% sehen in der Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrer Tätigkeit und ihrem Arbeitsplatz einen wichtigen Indikator für den Wert des Humankapitals. Andere bedeutsame Indikatoren sind die Anzahl der Leistungs- und Potenzialträger im Verhältnis zu allen Stellen mit Schlüsselcharakter (genannt von 81%), der Anteil der Mitarbeiter, die im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung den direkten Vorgesetzten positiv bewerten (79%) sowie die Anzahl derjenigen Mitarbeiter, deren Leistung und Qualifikation als für die zu bewältigenden Aufgaben angemessen beurteilt wird (75%).
Personalentwicklung steigert den Wert des Humankapitals
Als entscheidende „Stellhebel" für die Steigerung des Humankapitalwertes identifizieren die Befragten die betriebliche Weiterbildung (genannt von 95%), die Vermittlung von sozialen und personalen Kompetenzen (95%) und das Management Development (91%) - also insgesamt die Personalentwicklung. Feedback in Gesprächen (91%), eine qualitative Personalplanung (91%) und eine systematische Bewerberauswahl (93%) sind weitere wertsteigernde Maßnahmen.
Human Capital Management (.pdf 328,73 KB)Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.


