Bausteine eines professionellen Trennungsmanagements
In der HR-Fachzeitschrift Personalführung (9/2009) stellt Prof. Dr. Manfred Becker Bausteine eines professionellen Trennungsmanagements vor. Hier eine kurze Zusammenfassung von drei zentralen Aspekten:
Strategische und operative Zielplanung
Strategisches Ziel des Trennungsmanagements muss es sein, Maßnahmen zu finden, die das "Gesamtleid" der Betroffenen so niedrig wie möglich halten. Jede Trennung muss daraufhin überprüft werden, ob die Summe der Nachteile für alle größer wäre, wenn nicht gehandelt (nicht gekündigt) werden würde. Zudem ist zu klären, inwieweit sich die mit der Trennung verbundenen Zielsetzungen (z. B. Kostensenkung) tatsächlich erreichen lassen.
Das operative Trennungsmanagement zielt auf eine sozialverträgliche und effiziente Gestaltung notwendiger Freisetzungsmaßnahmen ab. Hier kommen Kulturfragen, Stilfragen und humane Aspekte der Trennung ins Spiel.
Management der Trennungsphasen
Eine Entlassung stellt aus Sicht des Gekündigten in den meisten Fällen ein psychisch einschneidendes Erlebnis dar, das individuell bewältigt werden muss. Zu unterscheiden sind aus Sicht der Betroffenen die emotionale, rationale und aktive Phase. Besonders die zumeist von Unverständnis, Ablehnung und Schock gekennzeichnete erste Phase erfordert eine faire Informationspraxis und wertschätzende Begleitung von Seiten der Führungskräfte und des Personalmanagements. Die Unterstützung in späteren Phasen kann die Untersützung bei der Arbeitsplatzsuche und beim Neueinstieg ins Berufsleben beinhalten.
Festlegung der Verantwortung
In den oben genannten Bausteinen wurden bereits Verantwortlichkeiten von Führungskräften und Personalmangern erwähnt. Gerade im Trennungsmanagement gilt es, diese Verantwortlichkeiten klar festzulegen und umzusetzen. Dem durch das Top-Management repräsentiertem Unternehmen kommt die Aufgabe einer offenen und ehrlichen Informationspolitik zu. Die Weitergabe authorisierter Informationen ist auch Aufgabe der Führungskräfte; ebenso die Durchführung von Informations-, Trennungs- und Unterstützungsgesprächen.
Dem Personalmanagement bleibt in Puncto Trennungsmanagement oft nur die Rolle des "Vollstreckers" - so sieht jedenfalls eine gängige Vorstellung in vielen Unternehmen aus.
Auch Mitarbeiter tragen Verantwortung
Doch auch wenn das Personalmanagement in Wirklichkeit in allen Phasen und an allen Bausteinen des Trennungsmanagements beteiligt ist: Wichtig ist, dass das Personalmanagement ein Konzept mit klaren Verfahrensschritten und eindeutiger Verantwortlichkeit erarbeitet, um so zu einer professionellen Abwicklung des Trennungsmanagements auch außerhalb seiner direkten operativen Verantwortung beizutragen.
Doch auch die betroffenen Mitarbeiter tragen Verantwortung: für ihre Fähigkeit, ihre Kraft und ihren Willen zum Neuanfang.
Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.


