Thema des Monats Oktober 2011: Strategische Belegschaftsplanung (unter Controlling-Aspekten)

Was hat Belegschaftsplanung mit Controlling zu tun?

Strategische Belegschaftsplanung bedeutet, Zahl und Qualifikation der benötigten Mitarbeiter nicht an kurzfristigen Faktoren wie konjunkturellen Schwankungen oder aktuellem unternehmerischem Gewinn auszurichten. Vielmehr geht es hier darum, die Planung der Belegschaft aus der HR- und Gesamtstrategie des Unternehmens abzuleiten. Damit wird deutlich, warum eine professionelle Belegschaftsplanung nicht ohne ein ebenso professionelles Controlling auskommt: Nur wenn Zahl und Qualifikation der Mitarbeiter nachweislich zu den gewünschten unternehmerischen Zielen führt, kann geprüft werden, ob Planungen der Wirklichkeit standhalten. Und umgekehrt liefert das Controlling die Zahlen und Fakten, um auf fundierter Basis planen zu können. Aspekte dieses Ansatzes zeigen wir Ihnen in diesem Thema des Monats auf.

Was ist strategisch an der strategischen Belegschaftsplanung?

Welcher Personalmanagement hat das nicht mindestens einmal erlebt: Abteilung X meldet beim Personalbereich Bedarf an neuen zusätzlichen Fachkräften an: Mechatroniker, Ingenieure oder Informatiker sollen so bald wie möglich eingestellt werden - am liebsten gestern. Vom Personalmanagement wird dann erwartet, wie auf Bestellung den entsprechenden Mitarbeiter zu liefern. Oder umgekehrt: Die Geschäftsführung meldet Sparkurs an - Einstellungen sind sofort zu stoppen, Entwicklungsmaßnahmen werden auf Eis gelegt, betriebsbedingte Kündigungen müssen ausgesprochen werden. Bislang funktionierte das noch oft. Arbeitssuchende und qualifizierte Bewerber gab es ja genug - zumindest in verschiedenen Berufsbereichen.

Doch spätestens der sich abzeichnende bzw. begonnene Fachkräftemangel erfordert eine neue Sichtweise: Außer dem vom Unternehmen bereitgestellten Budget für Personal und Personarbeit wird zunehmend auch die "Ressource" Mensch zu einem knappen gut. Da wollen voreilige Kündigungen aus kurzfristigem Kalkül wohl überlegt sein; ebenso das scheinbare "Sparen" an der Weiterentwicklung vorhandener Mitarbeiter. Und in Unternehmen, in denen das Personalmanagement wirklich als "Business-Partner" wahrgenommen und "auf Augenhöhe" mit Geschäftsführung oder Top-Management ist strategisches Denken und Handeln seitens HR gleichzeitig Voraussetzung und Folge eines solchen "Mitreden-Könnens".

HR kann der Geschäftsführung und den Geschäftsbereichen aufzeigen: dass es sich statt einer reinen Reaktion auf die aktuellen Rahmenbedingungen bezahlt machen kann, langfristig zu planen und in Zukunftsszenarien zu denken. Die Frage lautet dann nicht mehr: Wie viel Personal und welche Fähigkeiten benötige ich, damit mein Unternehmen jetzt wirtschaftlich und erfolgreich arbeiten kann, sondern: Wie viel Personal und welche Fähigkeiten benötige ich, damit mein Unternehmen zukünftig bzw. langfristig wirtschaftlich und erfolgreich arbeiten kann? Wenn sich die Antworten auf diese Fragen aus der Unternehmens- und der HR-Strategie ergeben und diese Antworten bei der Planung der Mitarbeiterschaft berücksichtigt werden, dann ist das strategische Belegschaftsplanung.

Sascha Jussen
DGFP Online-Redaktion

12. DGFP Fachtagung Personalcontrolling - Im Fokus: HR-Cockpit, HR-Prozesse und strategische Personalplanung

Das Personalcontrolling unterstützt HR bei der optimalen Steuerung der Personalressourcen. Zu kurz kommt dabei manchmal die Prozessoptimierung im HR selbst. Wer glaubwürdig einen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten will, muss jedoch immer auch nachweisen können, dass seine eigenen Prozesse "schlank" sind. Diesem Thema schenken daher immer mehr HR-Abteilungen und Unternehmen Beachtung, um so eine höhere Krisenfestigkeit für die Zukunft zu erreichen und die Overheadkosten optimal auszugestalten. Dabei geht es nicht allein um Kosteneffizienz, sondern zeitgleich auch um Qualitätszuwachs. Lernen Sie auf unserer Fachtagung Unternehmen kennen, die solche Prozessoptimierungen im HR erfolgreich angegangen sind und Ihre Erfahrungen mit Ihnen teilen. Angesichts absehbarer demografischer Entwicklung und zugleich stärkerer, kurzfristiger wirtschaftlicher Schwankungen wird eine vorausschauende strategische Personalplanung für die Unternehmen zunehmend wichtiger. Immer bessere IT-Systeme und die bessere Vernetzbarkeit verschiedener Datenquellen bieten viele praktische Möglichkeiten und Erleichterungen. Lernen Sie auf unserer Tagung Unternehmensbeispiele und Anwendungen zur Steuerung der strategischen Personalplanung kennen. Wie sich ein Kennzahlensteuerungssystem über ein HR-Cockpit kundengerecht "verpacken" lässt ist schon seit einiger Zeit Trendthema in vielen Unternehmen. Wie man solch ein Projekt praktisch angeht, erfahren Sie auf unserer Fachtagung.

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Praxisbeispiel: Demografiemanagement im Gothaer Konzern

 Die Gothaer hat Ende 2010 im Rahmen des "Corporate Health Awards" den "Sonderpreis Demografie" erhalten. Laut Jury übernimmt der Versicherungskonzern eine Vorreiterrolle im strategischen Personalmanagement. 

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„Das wesentliche Thema bei der Personalplanung ist die attraktive Gestaltung der Arbeit“

Michael Grunenberg ist Unternehmensberater und geschäftsführender Inhaber der Grunenberg Training & Consulting GmbH. Zusätzlich moderiert er die Xing Xpert Ambassador Gruppe „Controlling“, die mittlerweile über 22.000 Mitglieder zählt. Uns erzählte Herr Grunenberg, was heutzutage für eine erfolgreiche Personalplanung wirklich zählt, welches die echten Leistungskennzahlen für das Personalcontrolling sind und welchen Anteil eine gute Unternehmenskultur bei all dem trägt.  

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Eine Leistung der Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V.