3 Fragen an Dr. Karin Gallas, Telekom

Mit dem MtM-Ansatz zu mehr Employee Experience

Wir sprachen mit Dr. Karin Gallas, Senior Vice President Tribe HR Services & Moments that Matter, über den MtM- Ansatz der Deutschen Telekom AG.

Mit dem „Moment that Matters“-Ansatz (MtM-Ansatz) will die Telekom für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine positive Employee Experience schaffen. Warum ist das erforderlich?

DR. KARIN GALLAS In den letzten Jahren haben wir uns als HR-Bereich stark auf die Themen Digitalisierung und Simplifizierung von HR Prozessen und Produkten fokussiert - mit dem Ziel, eine bessere Mitarbeiter-„Experience“ im Unternehmen zu schaffen, die Mitarbeiterzufriedenheit zu fördern und damit auch die Produktivität.. Unsere Erfahrungen haben uns gezeigt, dass eine starke Fokussierung auf Prozessharmonisierung und Digitalisierung Gefahr läuft, den Faktor Mensch zu vernachlässigen. Es geht uns bei Employee Experience um eine ganzheitliche Sicht auf die Mitarbeiter und deren Bedürfnisstrukturen. Es geht uns um die Summe aller Erfahrungen, die der Mitarbeiter mit seinem Unternehmen sammelt – sie beginnt beim Onboarding und schließt das tägliche Arbeiten, das Zusammenspiel mit den Teams und Vorgesetzten sowie die alltäglichen Genehmigungsprozesse, Abläufe und Infrastruktur mit ein. Es geht um den Menschen mit all seinen Interaktionen, Eindrücken und Emotionen, die ein wichtiger Hebel für Mitarbeiterzufriedenheit und -motivation sind. Fühlen sich unsere Mitarbeiter respektiert, gesehen und gewertschätzt, so bieten sie auch unseren Kunden einen super Serivce.

Machen wir es konkret: Was kann für Dich ein solcher Moment sein?

DR. KARIN GALLAS Die Frage beantworte ich gern aus einer persönlichen Perspektive, denn was ein solcher Moment sein kann, hängt vor allem von der persönlichen Erfahrung und Emotionalität ab. Ich habe vier Kinder, die ich über alles liebe. Genauso liebe ich aber auch meine Arbeit. Für mich war es nie die Frage von Beruf oder Familie,sondern von „sowohl, als auch“. Daher war für mich die Reaktion meiner Vorgesetzten auf meine Schwangerschaften aber auch die Rückkehr aus der Elternzeit jedes Mal ein „Moment that Matters“. Ich habe bei der Deutschen Telekom Rahmenbedingungen und Führungskräfte vorgefunden, die mir mit einem hohen Maß an Vertrauen und Offenheit für meine privaten Rahmenbedingungen begegnet sind. Sie boten mir Chance auf Wachstum nach der Elternzeit und haben mich aktiv dabei begleitet. Eine unglaubliche Erfahrung, wenn man seine persönlichen Bedürfnisse unter den eigenen Rahmenbedingungen verwirklichen kann.

Was für den einen etwas bedeutet, ist für die andere vielleicht unwichtig. Wie wählt ihr die Momente aus und wie füllt ihr das Konzept mit Leben?

DR. KARIN GALLAS Eine positive Employee Experience ist individuell, denn es ist abhängig davon, wo sich unsere Mitarbeiter in ihrer beruflichen Laufbahn befinden und von ihren Bedürfnissen. Dies kann ganz zu Beginn sein, bei einem (Wieder-) Eintritt in das Unternehmen, bei Weiterentwicklungsmöglichkeiten über die Jahre oder auch bei einem Austritt aus einer Firma. Wir konzentrieren uns aber nicht nur auf berufliche Ereignisse, denn auch Privates, wie z.B. die Geburt eines Kindes, ist besonders wichtig. Viele Momente sind uns bei HR schon bekannt, doch wir haben dieses Jahr nochmal aktiv unsere MitarbeiterInnen gefragt, welche Momente für sie besonders relevant und emotional sind und haben diese dann von den MitarbeiterInnen voten lassen. In kreativen Design Thinking Sessions mit Kunden und Experten entwickeln wir passende (sich an den Bedürfnissen unserer MitarbeiterInnen orientierende) Maßnahmen. So erhalten wir viel Feedback zu Ideen, die sich noch in der Entwicklung befinden und können diese einfach auf das Kundenfeedback anpassen und entweder ausrollen oder bei Seite legen.

Vielen Dank für das Gespräch, Karin Gallas.

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