DGFP // Personalführung: Führen in offenen Organisationen

Eine aktuelle Studie belegt, wie wichtig die Funktion Führung für Innovationsprozesse ist. Gleichzeitig weist sie negative Effekte auf die Innovationsfähigkeit von Unternehmen nach, sofern Führungspositionen „qua natura“ mit Macht und Autorität versehen werden – statt das Kriterium Leistung anzulegen.

Die klassische „Hackordnung“ wird den Bedingungen von „New Work“ längst nichtmehr gerecht. Genauso wenig funktioniert es, hierarchische Strukturen willkürlich aufzulösen und Demokratie zu „spielen“, so Benedikt Hackl und Dominik Baumann (S. 14).

Sowohl Praktiker als auch Wissenschaftler sehen in der Anpassungsfähigkeit den Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.Per se ist Agilität allerdings keine Wunderwaffe, sondern entfaltet ihre Erfolgsauswirkungen vor allem in dynamischenund komplexen Umwelten. Für stabile Prozesse und wiederkehrende Aufgaben scheint der Einsatz agiler Ansätze nur bedingt Erfolgversprechend. Hier haben sich traditionelle Command-andcontrol- Führungsansätze zur Effizienzsteigerung bewährt. Entsprechendmüssen Führungskräfte eine Balance zwischen Agilität und Effizienz finden. Eine Möglichkeit zur Kombination dieser beiden scheinbar unvereinbaren, jedoch tatsächlich komplementärenAnsätze bietet die integrierte Führung, erläutern Matthias Groß und Ruth Stock-Homburg (S. 22).

Die digitale Transformation zu bewältigen, ist ein Kraftakt, der nicht wenige Ressourcen im Personalmanagement bindet. Gleichzeitigsteigern digitale Produkte und Prozesse die Effizienz der HRFunktion – der Kopf wird frei für strategische Aufgaben, geradeim Bereich Führung. Ein Beispiel ist Künstliche Intelligenz (KI).Sie revolutioniert nicht nur Recruiting, Personalmarketing oder ‑entwicklung, sondern ebnet auch den Weg zur transparenten undoffenen Organisation, berichten Markus Dahm und Alexander Dregger (S. 30).

Die moderne Arbeitswelt steckt in der Sackgasse: hoher Digitalisierungsdruck, wachsende Unberechenbarkeit und erbitterte Wettbewerbsintensitätauf der einen Seite, der Wunsch vieler Mitarbeiter nach Partizipation und Sinn auf der anderen Seite. Und aus Mitarbeiterwünschen werden zunehmend Ansprüche. Co-Creation Leadership reflektiert beide Seiten und wird zum entscheidenden Stellhebel einer zukunftsorientierten Unternehmensführung und ‑kultur. Bei einem der größten Logistikunternehmen in Deutschland ebnete Co-Creation Leadership die Transformation in Richtung Agilität, so Alexander Toll und Christian Uhlig (S. 36). 

Auch in dieser Ausgabe der PERSONALFÜHRUNG wollen wir Impulse zu aktuellen Themen für die Diskussion in der HRCommunity geben. Was Heike Bruch, Professorin für Leadership an der Universität St. Gallen und Mitglied im Vorstand der DGFP, zu Führung in offenen Organisationen anzumerken hat, lesen Sie ab Seite 44. Wir freuen uns auf Ihre Resonanz. Von außen ist das Haus im Münchener Nordosten ein unscheinbarer Zweckbau. Doch wer das Hauptquartier der PULS GmbH betritt, kommt ins Staunen. Die Mitarbeiter des Herstellers von Stromversorgungen bewegen sich in hochmodernen, liebevoll eingerichteten Arbeitswelten, die sie im Design-Thinking-Verfahren selbst gestaltet haben. Fragt man Tanja Friederichs, Vice President HR bei PULS, ob die Einbindung der Mitarbeiter von Anfang an nicht zu viel Aufwand gemacht hätte, antwortet sie sehr klar: „Nein. Nur so macht es Sinn.“ Im Herausgeber-Interview spricht sie neben den neuen Arbeitswelten über Kulturveränderungen durch die Digitalisierung (S. 46).

Mitarbeiter im Lebenszyklus zwischen 45 bis 55 Jahren bilden in vielen Unternehmen den loyalen Leistungskern. Sie sorgen für Kontinuität und Stabilität. In der Regel sind sie schon lange auf ihren Stellen, arbeiten routiniert, unauffällig und dadurch kaum wahrgenommen. Dabei sind sie vielen Stressoren ausgesetzt. Sie befinden sich auf Karriereplateaus, persönlich kommen viele Belastungen hinzu. Joachim Freimuth, Andreas Drees und Franz Merath zeigen, wie Personalentwicklung für „Silberrücken“ funktionieren kann (S.58).

 

Das Editorial der Ausgabe PERSONALFÜHRUNG 04/2018 steht Ihnen außerdem hier zum Download bereit.

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