Interview zum HR Data Summit 2022

Abb.: Christian Lorenz, Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP)

Christian Lorenz über den bevorstehenden HR Data Summit

Christian Lorenz ist ein Tausendsassa: Für die DGFP moderiert er verschiedenste Veranstaltungsformate, die er mit seinem Team entwickelt und kuratiert. Wir sprachen mit ihm über den bevorstehenden HR Data Summit, der in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindet und wie im vorherigen Jahr den größten Mitgliederansturm auslöste und fragten kritisch nach, was die Veranstaltung in diesem Jahr zu bieten hat.

Der HR Data Summit ist der absolute Publikumsliebling der DGFP. Bei näherer Betrachtung des Programms zeigt sich allerdings ein relativ großes thematisches Spektrum: Es geht um People Analytics, strategische Personalplanung und Data Literacy, um nur einige Schwerpunkte zu nennen. Überspitzt gefragt: Schießt ihr dieses Jahr mit der Schrotflinte in den Wald und schaut mal, was ihr trefft oder welche Agenda steht hinter dem Programm?
Christian Lorenz Stimmt (lacht) – auf den ersten Blick mag der Eindruck entstehen. Bei genauerer Betrachtung sind es aber Themen, die gerade im HR-Bereich im engen Zusammenhang stehen: Es geht immer um die Datengrundlage und welche Erkenntnisse daraus gezogen werden können. People Anayltics Personal Controling und strategische Personalplanung werden in Unternehmen personell und organisatorisch zunehmend zusammengezogen. Mit unserem Programm möchten wir zeigen, was man mit Daten in HR machen kann und auf diese Weise geraten eben auch Data Literacy oder Governance-Fragen ins Blickfeld. 

Ein Kritikpunkt in Richtung der DGFP lautet oftmals, dass bei euren Veranstaltungen insbesondere Lösungen von Großkonzernen vorgestellt werden, die für die mittelständische Praxis eine geringe Relevanz haben. Inwiefern ist der Vorwurf mit Blick auf den diesjährigen HR Data Summit gerechtfertigt?

Lorenz Wir haben darauf geachtet, dass wir Mittelständer einbeziehen und entsprechende Cases vorstellen lassen. Klar ist aber auch, dass Cases von größeren Unternehmen überwiegen. Das hängt zum einen damit zusammen, dass die Protagonisten der Szene in diesen Unternehmen arbeiten und zum anderen mittelständisch Unternehmen noch nicht die entsprechende Reife haben. Die gute Nachricht ist aber: Viele der vorgestellten Lösungen lassen sich auf mittelständische Unternehmen übertragen, weil sie in den Konzernen selbst nur in Tochtergesellschaften oder einzelnen Teilbereichen Verwendung finden. Aus meiner Sicht ergeben sich damit drei ganz konkrete Anreize:

  1. Es werden mittelständische Cases vorgestellt,
  2. manche Lösungen der Big Player werden selbst nur in kleinem Umfang genutzt und sind auf mittelständische Unternehmen übertragbar und:
  3. gerade diese Cases geben die richtigen Gedankenstöße für individuelle Lösungen.

Letzte Frage: Der HR Data Summit findet jetzt schon zum zweiten Mal statt – was unterscheidet den diesjährigen Summit vom vorherigen Jahr? Was sind deine persönlichen Highlights?
Lorenz Wir haben es einmal mehr geschafft das „Who is Who“ der Szene auf die Bühne zu bringen und sind damit – denke ich – der einzige Veranstalter in Deutschland, der die Champions League der Data-Spezialisten vereint. Was uns aber besonders am Herzen liegt: Wir haben nicht nur die absoluten Top Manager:innen bei der Veranstaltung; jeder Case, der vorgestellt wird, kommt aus der Praxis für die Praxis. Es werden also nicht irgendwelche Luftschlösser vorgestellt, sondern Cases, die sich in der Praxis bewährt haben. 

Zumindest, was die deutsche Auswahl der Champions League betrifft – vielleicht erlaubst du mir die ketzerische Zwischenfrage: Wäre es nicht an der Zeit für ein international besetztes Line-up? Deutschland ist in Sachen Digitalisierung ja nicht unbedingt ein Vorreiter.
Lorenz (lacht) Touché – das ist schon auch eine Vision, wie wir das Format in Zukunft weiterentwickeln könnten. Aber das wäre vielleicht mehr eine Ego-Sache: Sobald wir über den nationalen Tellerrand hinaussehen, sind die Rahmenbedingungen in puncto Datenschutz nämlich völlig andere. Unter diesen Rahmenbedingungen dürfen Daten umfassender verwendet werden. Diese Einblicke sind per se spannend, aber die Lösungen nicht unbedingt übertragbar. An den jetzigen Buchungen der Veranstaltung sehen wir dagegen, dass wir mit unserem Line-up genau richtig liegen: Zum zweiten Mal in Folge ist der HR Data Summit der absolute Renner und die meist gebuchteste Veranstaltung der DGFP der vergangenen Jahre – das macht uns stolz.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Dr. Elias Güthlein.

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