Neue DGFP-Studie: Unternehmen setzen bei Azubi-Ansprache kaum auf alternative Bewerbergruppen, schreiben ihnen aber viel Potenzial zu

DGFP-Studie "Zukunft der Berufsausbildung" veröffentlicht // Ergebnisse zeigen Herausforderungen, mit denen sich Unternehmen aktuell bei der Besetzung ihrer Ausbildungsplätze konfrontiert sehen

Der demografisch bedingte Rückgang der Schülerzahlen und die zunehmende Akademisierung der Schulabgänger verschärfen den Mismatch auf dem Ausbildungsmarkt. Der Handlungsdruck auf die Unternehmen steigt: Die Ansprache und Auswahl von Auszubildenden muss verbessert und alternative Bewerbergruppen auf dem Ausbildungsmarkt erschlossen werden.


Die wachsende Schwierigkeit, vakante Ausbildungsplätze besetzen zu können, belegen die Ergebnisse neuen DGFP-Studie "Zukunft der Berufsausbildung". Gaben 50 Prozent der Ausbildungsverantwortlichen in den befragten DGFP-Mitgliedsunternehmen an, aktuell bei der Rekrutierung geeigneter Bewerber Probleme zu haben, fällt ihre Prognose für die nächsten drei Jahre düsterer aus. Fast 90 Prozent rechnen dann mit einer Verschlechterung. Gleichermaßen setzen die befragten Unternehmen bislang kaum auf alternative Bewerbergruppen, wie zum Beispiel leistungsschwache Schüler, Ausbildungs- und Studienabbrecher, schreiben ihnen aber durchaus hohes Potenzial zu. Über 80 Prozent der Unternehmen kämpfen zudem mit Bewerbern, die mangelnde Qualifikationen aufweisen. Hier wird es in Zukunft verstärkt darum gehen müssen, diese Kandidaten mittels geeigneter Maßnahmen für eine erfolgreiche Ausbildung zu befähigen. „In Anbetracht des zunehmenden Fachkräftemangels müssten sich Unternehmen viel stärker den ungenutzten Potenzialen auf dem Ausbildungsmarkt widmen und Jugendlichen mit schlechteren Ausgangsvoraussetzungen eine Chance geben. Dies ist eine Win-Win-Situation für Unternehmen, Jugendliche und natürlich für die Gesellschaft", kommentierte DGFP-Geschäftsführerin Katharina Heuer die Studienergebnisse. „Gerade schulschwache Schüler seien zum Teil intensiver in der Betreuung, aber mit dem Berufsabschluss hoch motivierte, engagierte und loyale Mitarbeiter - denn sie wollen dem Unternehmen etwas zurückgeben“, hob Heuer hervor.


Die Ausbildung für Schulabgänger aller Schultypen wieder attraktiv werden zu lassen, stehe bei allen Neuerungen an vorderster Stelle, so die Bilanz der Jahrestagung. Heuer betonte, Unternehmen seien mit Kreativität und Tatendrang gefordert, die Attraktivität der dualen Berufsausbildung insbesondere im Vergleich zum Studium nachhaltig steigern. Die DGFP werde das Thema in 2015 mit vielen Angeboten weiter treiben und ihre Mitglieder dabei aktiv unterstützen.


Die DGFP präsentierte die Studienergebnisse erstmalig auf ihrer 10. Jahrestagung Berufsausbildung am 05./06. März 2015 in Stuttgart. Über 100 Verantwortliche für die Berufsausbildung diskutierten dort Trends und Herausforderungen in der dualen Berufsausbildung.

Hier finden Sie den vollständigen Ergebnisbericht der Studie.

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