New Work Transformation – aktive Gestaltung der Arbeitswelt 4.0

Die Arbeitswelt 4.0 bringt viele Unternehmen unter Zugzwang. Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten der Führungskräfte werden in mobil-flexiblen Arbeitskontexten zugunsten von Vertrauen, Inspiration und Einbezug reduziert.

Das Editorial wurde in diesem Monat verfasst von:

Prof. Dr. Heike Bruch, Professorin für Leadership an der Universität St. Gallen. Im Vorstand der DGFP ist sie seit 2008 vertreten; als Themenpatin bearbeitet sie (New) Leadership.

Jessica Färber, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen

Hier sehen Sie die gerürzte Version. Das komplette Editorial können Sie hier lesen.

NEW WORK TRANSFORMATION – aktive Gestaltung der Arbeitswelt 4.0

Die Arbeitswelt 4.0 bringt viele Unternehmen unter Zugzwang. Arbeitgeberattraktivität und Identifikation mit dem Unternehmen sind in flexiblen Strukturen ein entscheidendes Mittel, um Mitarbeitende ans Unternehmen zu binden. Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten der Führungskräfte werden in mobil-flexiblen Arbeitskontexten zugunsten von Vertrauen, Inspiration und Einbezug reduziert. Gleichzeitig gilt es die neu entstehenden Freiräume aktiv und selbstgesteuert zu nutzen – dafür ist wesentlich, Selbstkompetenzen, den Umgang mit Stress, Unsicherheit und fluiden Grenzen zu entwickeln. Die Veränderungen der Arbeitswelt werden durch eine rasante Digitalisierung in fast allen Unternehmensbereichen begleitet. Ein Umbruch, der kaum aufzuhalten ist und umfassende Veränderung von Führung, Kultur und die Zusammenarbeit beinhaltet.

Die Mehrheit der Unternehmen, rund 75 Prozent, sind eher noch in den Anfängen und haben höchstens Oberflächenphänomene geändert. Dagegen sind 5 Prozent schon in eine breite Nutzung neuer Arbeitsformen eingestiegen. Jedoch schwankt der Erfolg damit. Nur sechs Prozent der Unternehmen sind erfolgreich in der neuen Arbeitswelt angekommen. Sie verzeichnen deutliche Effekte in Innovation, Speed und Mitarbeiterbindung. Dagegen kämpfen 19 Prozent mit dem Schritt in die Arbeitswelt 4.0. Es folgt Frustration nach ersten Erfahrungen, da einzelne Aktionen nicht den gewünschten Effekt zeigen oder nach einer Anfangseuphorie gar Rückschläge oder Negativerfahrungen eintreten. Sie erleben Überforderung und eine Überbeschleunigung.

In der Praxis finden sich typische Transformationsfehler, die Unternehmen, auf dem Weg in die neue Arbeitswelt, unterlaufen.

1. AKTIONISMUS

2. FRAGMENTIERTES VORGEHEN

3. SCHABLONENHAFTES DENKEN

4. TECHNOLOGIEÜBERHÖHUNG

5. FÜHRUNGSSCHWÄCHE AN DER SPITZE

6. INSTRUMENTENEUPHORIE

7. KURZSICHTIGKEIT

NEW WORK TRANSFORMATION AKTIV GESTALTEN

Unternehmen müssen die New Work Transformation aktiv gestalten, um die typischen Transformationsfehler auf dem Weg in die neue Arbeitswelt zu vermeiden. Dabei haben sich einige Vorgehensprinzipien bewährt:

Zu Beginn sollte eine Standortbestimmung stehen, um erstens zu prüfen, wo Handlungsbedarf ist, und zweitens die kulturellen Startbedingungen zu erfassen. Eine Arbeitsvision und ein Road Mapping zeigen auf, wo die Transformation hingehen soll. Auf dem Weg in die neue Arbeitswelt sollte auch Raum zum Experimentieren sein. Ein Tracking beantwortet im Lauf der Transformation immer wieder die Fragen, wo wir stehen und wie gut es uns dabei geht.

STANDORTBESTIMMUNG

Ein Standortcheck hilft den Unternehmen zu verstehen, wo sie starten, und fundiert die Schritte in die neue Arbeitswelt zu planen. Der New Work & Culture Check, der am Institut für Führung und Personalmanagement entwickelt wurde, erlaubt eine verlässliche Standortbestimmung und dient Führungskräften als roter Faden für die Entwicklung hin zu einer agilen Organisation. Der Check erfasst zu diesem Zweck wesentliche Dimensionen der Arbeitswelt 4.0 und kulturelle Erfolgsvoraussetzungen. Was gibt es für Dimensionen der neuen Arbeitswelt? Wie stark werden neue Arbeitsformen im Unternehmen bereits genutzt?

1. ARBEITSVISION 4.0

2. ROADMAPPING

3. EXPERIMENTE

4. TRANSFORMATION SICHTBAR MACHEN

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