Personalführung // Vorwort: Die drei Hebel der Segmentierung des Humankapitals verspricht die größte Wirkung

Das Personalmanagement muss mit seinen Ressourcen effektiv umgehen und einen möglichst großen Wertbeitrag zum Unternehmenserfolg leisten. In vielen Fällen bleibt jedoch offen, wo konkret wie anzusetzen ist, um die Produktivität der Personalarbeit zu erhöhen. In seinem Fachbeitrag erläutert Christian Lebrenz von der Hochschule Koblenz, welche Hebel der HR-Funktion zur Produktivitätsgestaltung zur Verfügung stehen und welche die größten Wirkungspotenziale in sich bergen. Dass dabei das Humankapital segmentiert werden sollte, löst in HR zwar vielfach Unbehagen aus, ist nach Lebrenz aber zu empfehlen.

Die Produktivität des Unternehmens beständig weiterzuentwickeln und zugleich den Geist für Innovationen und Wandel zu fördern, bilden für Bettina Buschhoff, Geschäftsführerin Personal und Arbeitsdirektorin bei Procter & Gamble Deutschland, keine Gegensätze. Im Gegenteil, beides setze eine Kultur des Vertrauens und des Respekts innerhalb der Belegschaft, im Verhältnis zwischen Führung und Mitarbeiter und auch in der Zusammenarbeit des Unternehmens mit den Arbeitnehmervertretern voraus. Buschhoff zeigt in ihrem von persönlicher Überzeugung gekennzeichneten Beitrag, wie HR geleitet von der Maßgabe „People First“ die Gestaltung einer Vertrauens- und Respektskultur gelingt.

Führung ist ein wichtiger Hebel für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Gleichwohl werden häufig Führungspositionen immer noch „irgendwie“ besetzt und in der Führungskräfteentwicklung nicht immer die wirksamsten Maßnahmen eingesetzt. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen in die Entwicklung von Personen investieren, aber die „Verhältnisse“ vergessen. HR kommt aber auch die Aufgabe zu, die Organisation und ihre Strukturen so zu gestalten, dass gute Führung überhaupt möglich wird, so Dieter Kern, Lisa Lyons und Tabea Wältermann von Mercer.

Die leistungsorientierte Vergütung und Bewertung der Performance der Mitarbeiter hat sich für HR zu einer gestalterischen Herausforderung erster Güte entwickelt. Jahrzehntelang schien unbestritten, dass individuelle Vergütungskomponenten und komplex ausgestaltete Performance-Management-Systeme in der Lage sind, den Leistungsbeitrag eines Mitarbeiters differenziert zu messen, zu belohnen und diesen zu noch besseren Leistungen anzuspornen. Inzwischen ist diesbezüglich Ernüchterung eingekehrt – und teilweise eine radikale Wende eingeleitet worden, berichtet Rainer Spies.

„HR im Driver’s Seat“, diesen Anspruch formuliert Ariane Reinhart, Personalvorstand und Arbeitsdirektorin bei Continental im Herausgeberinterview. Damit die Mitarbeiter rechtzeitig über die nötigen Qualifikationen verfügen, müsse HR frühzeitig in die Produktentwicklung eingebunden sein. Außerdem spricht die engagierte Personalerin im Herausgeberinterview über die Akzeptanz von HR, mehr Flexibilität im Unternehmen und das Potenzial der Auswahldiagnostik.

Seit einigen Jahren haben es Unternehmen in bestimmten Branchen und Regionen schwer, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten. In diesem Zusammenhang wird „Arbeitgeberattraktivität“ zu einem Stichwort, welches Fundament und zentraler Ankerpunkt für ein Erfolgsmodell ist, um sich als Unternehmen im Kampf um die besten Talente zu behaupten. Heike Bruch, Direktorin des Instituts für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen beschreibt mit ihren Doktoranden Manuel Fleschhut und Christina Block den Best Case der Graubündner Kantonalbank.

Als Netzwerkorganisation lebt die DGFP vom Dialog ihrer Mitglieder und Partner, von deren Wissen, Erfahrungen und Gestaltungswillen. Ab dieser Ausgabe der PERSONALFÜHRUNG wollen wir die Vielfalt unseres Netzwerks noch stärker darstellen und Ihnen jeweils ein Mitgliedsunternehmen vorstellen. Den Auftakt macht die KARL STORZ GmbH aus Tuttlingen. Personalleiter Stefan Ahlhaus erläutert die aktuellen Herausforderungen in HR und die Besonderheiten des global agierenden Familienunternehmens, das weltweit führender Hersteller für Endoskopieprodukte sowie für integrierte Operationssaalsysteme ist.

Das Editorial steht hier zum Download bereit.

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