Zukunftswerkstatt 2020 „Herausforderungen begegnen. Arbeit neu denken.“

Vorab im Gespräch mit Dr. Julia Borggräfe (BMAS)

Die Veranstaltung Zukunftswerkstatt 2020 „Herausforderungen begegnen. Arbeit neu denken.“ am 9. und 10. November ist eine Veranstaltung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V., dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der NEW WORK SE und dem INQA-Demographie Netzwerk (ddn).

Vorab im Gespräch dazu Dr. Julia Borggräfe (BMAS).

„Es braucht jetzt eine Strategie für die Parallelität von Krisenmanagement und Zukunftsfähigkeit. Dafür ist auch eine Auseinandersetzung mit den vorhandenen Unternehmensstrukturen erforderlich. Grundlage für eine zukunftsfähige Arbeitskultur sind ein entsprechendes Bewusstsein und eine innovative sowie partizipative Unternehmenskultur und Personalpolitik, die entsprechende Freiräume ermöglicht.“

Der erneute „Soft - Lock Down“ im November trifft besonders KMUs und Solo-Selbstständige hart. Die Politik hat zur Bewältigung der Krise ein vielfältiges Maßnahmenpaket geschnürt. Es ist deutlich geworden, „dass die Politik hier nicht an Kosten und Mühen spart. Ob es das umfangreiche Konjunkturpaket ist oder das Thema Kurzarbeit, hier wurden weitreichende Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen und Beschäftigten auf den Weg gebracht“, so Borggräfe. „Die Ressorts sind von Standards abgewichen und haben auch für Solo-Selbstständige Pakete geschnürt. Auf den Seiten des BMAS, BMF und auch auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit wird umfangreich über die Maßnahmen und Leistungen informiert,“ ergänzt Borggräfe.

Obgleich „eine unglaublich hohe Zahl an Menschen in dem ersten Lock Down im Homeoffice gearbeitet und damit die Machbarkeit der Bewältigung in der Krise gezeigt hat“, stehen Unternehmen weiterhin vor der Herausforderung, innovativ zu bleiben. Wichtig sei jetzt, eine Strategie für die Parallelität von Krisenmanagement und Zukunftsfähigkeit zu haben. Dafür brauche es auch eine Auseinandersetzung mit den vorhandenen Unternehmensstrukturen. „Für eine zukunftsfähige Arbeitskultur braucht es auch ein entsprechendes Bewusstsein und eine innovative sowie partizipative Unternehmenskultur und Personalpolitik. Innovative Strukturen dürfen nicht durch das Krisenmanagement wieder abgeschafft werden,“ so Borggräfe. Es bestehe die Gefahr, dass es wieder einen verstärkten Rückgang zur Hierarchie gebe. Jedes Unternehmen müsse sich daher kritisch hinterfragen, ob man durch das Krisenmanagement innovativen Strukturen nicht wieder beenge oder abschaffe.

Unverständnis zeigt Borggräfe für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter*innen ohne Grund wieder komplett zurück ins Büro beordern. Flexible Arbeitsstrukturen und die Formulierung eines Anspruchs auf mobiles Arbeiten heiße nicht „Überregulierung“, sondern hier gehe es darum, gemeinsam einen Weg zu finden, um die Bedenken, insbesondere beim Thema mobiles Arbeiten, abzubauen. „Es kann nicht darum gehen, Menschen zu kontrollieren oder täglich zu sehen, sondern darum, die besten Arbeitsergebnisse und die höchste Arbeitszufriedenheit und - motivation zu schaffen. Dafür muss man nicht fünf Tage in das Büro kommen. Wichtig ist, dass Organisationen wissen, welche Arbeitsstrukturen für sie und ihre Mitarbeiter*innen gut funktionieren - danach sollten sich dann auch die Anwesenheiten richten.

Resilienz kann insbesondere auch durch die Digitalisierung von Arbeitsprozessen, den Aufbau und das Verfügbarmachen des Knowhows in der Belegschaft und um eine flexible Arbeitsstruktur unterstützt werden. Dabei sind es die partizipativen Prozesse, die einen gemeinsamen Weg schaffen, um langfristige und tragfähige Lösungen für eine digitale Transformation zu finden,“ erklärt Borggräfe.

Auch regionale Ökosysteme könnten eine wichtige Ressource in der digitalen Transformation darstellen. So beispielsweise die vom BMAS geförderten Weiterbildungsverbünde und Zukunftszentren: „Die Aufgabe der regionalen Weiterbildungsverbünde und Zukunftszentren ist es, insb. KMUs bei der Entwicklung digitaler Kompetenzen zu beraten und zu unterstützen.

Auch die Zukunftswerkstatt schafft Gelegenheit für einen Best Practice Austausch und gemeinsame Lernräume. Hier können sich KMUs einbringen, austauschen und von einem großen Knowhow profitieren,“ so Borggräfe. Um hierfür eine Plattform zu schaffen, hat das BMAS, gemeinsam mit der DGFP und weiteren Partnern, die Zukunftswerkstatt im letzten Jahr ins Leben gerufen.

„Die Zukunftswerkstatt ist ein tolles Projekt und war im letzten Jahr ein großer Erfolg! Wir haben die Zukunftswerkstatt gemeinsam mit der DGFP, der New Work SE, dem ddn und DIHK auf den Weg gebracht in der Überzeugung: Zusammen sind wir besser! Denn wir als Ministerium können nur einen bestimmten Ausschnitt präsentieren und abbilden. Darum braucht es diese Partner und einen ko-Kreativen Prozess, um die diversen Bedarfe und Erfahrungen der KMUs aus der Praxis mit in die Diskussion einzubringen. Die Zukunftswerkstatt ist eine Plattform für KMUs zum Austausch, für Best Practice und zum Netzwerken.“ Eine Best Practice Plattform ist auch die Initiative Neue Qualität der Arbeit des BMAS - hier können sich KMU’s, Personaler*innen und Betriebsräte auch nach der Zukunftswerkstatt über Best Practice und Unterstützungsangebote wie z.B. das Beratungsangebot „Unternehmenswert Mensch“ informieren.

Dieses Jahr wird die Veranstaltung digital stattfinden. Zur Anmeldung gelangen Sie hier.

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