Pressemitteilung: „State of HR“ 2026: HR gewinnt strategisch an Bedeutung – kämpft aber weiter mit Umsetzung und Wirkung

DGFP und Gallup veröffentlichen gemeinsame Studie "State of HR 2026"

Berlin / Frankfurt am Main, 12. Mai 2026 – Unternehmen in Deutschland und damit auch die HR-Funktion stehen unter massivem Veränderungsdruck. Gleichzeitig verschiebt sich die Rolle des HR-Management spürbar: weg von einzelnen operativen HR-Themen hin zu einer stärker transformations- und leistungsorientierten Funktion. Das zeigt die gemeinsame Studie „State of HR in Deutschland 2026“ von DGFP und Gallup.

Im Vergleich zur ersten Erhebung aus dem Jahr 2024 zeigt sich eine deutliche Veränderung der HR-Agenda: Transformative HR-Arbeit wird inzwischen von 64 Prozent der befragten HR-Fach- und Führungskräfte als wichtigster Trend genannt – ein Plus von 15 Prozentpunkten gegenüber der Vorgängerstudie (2024). Gleichzeitig gewinnen Effizienzsteigerung durch HR (45 Prozent / +16 Prozentpunkte) und organisationsübergreifende Synergien (38 Prozent / +7 Prozentpunkte) deutlich an Bedeutung.

Die Ergebnisse zeigen: HR beschäftigt sich heute weniger mit isolierten Einzelthemen, sondern zunehmend mit der Frage, wie Transformation, Effizienz und Leistungsfähigkeit gleichzeitig organisiert werden können.

„Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Schwerpunkte von HR derzeit verändern“, sagt Marco Nink, Director of Research and Analytics EMEA bei Gallup. „Transformation, Effizienz und technologische Entwicklung müssen heute deutlich stärker gleichzeitig bewältigt werden. Für viele HR-Bereiche bedeutet das, Prioritäten neu auszubalancieren und Veränderung unter hohem Umsetzungsdruck zu gestalten.“

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie:

  • Wirtschaftlicher Druck und KI verändern die People-Strategie: Die stärksten Treiber hinter den aktuellen Veränderungen in der People-Strategie sind Kostensenkung und Margendruck (57 Prozent) sowie beschleunigte Digitalisierung und KI-Entwicklung (55 Prozent). Damit wird deutlich: HR bewegt sich zunehmend in einem Spannungsfeld aus wirtschaftlicher Effizienz und gleichzeitiger Transformation.Besonders sichtbar wird diese Entwicklung im Employee Lifecycle. Während Recruiting weiterhin relevant bleibt, rückt Performance Management deutlich stärker in den Fokus. 38 Prozent der Befragten nennen Performance Management inzwischen als wichtigsten Schwerpunkt ihrer HR-Arbeit.  Gleichzeitig erhalten Performance Management (47 Prozent), Schulung und Fortbildung (61 Prozent) sowie Unternehmenskultur (43 Prozent) die meisten Ressourcen und Finanzmittel.  
  • Performance Management bleibt große Baustelle: Trotz des hohen Stellenwerts offenbart die Studie erhebliche Defizite in der praktischen Wirksamkeit bestehender Performance Management-Systeme: Nur 3 Prozent der HR-Fach- und Führungskräfte sind mit dem aktuellen Performance-Management-Ansatz ihres Unternehmens vollständig zufrieden, 75 Prozent dagegen mehr oder weniger unzufrieden.„Die meisten im HR-Management haben die richtigen Themen längst erkannt“, sagt Kai H. Helfritz, Leiter Mitgliedermanagement & Kooperationen der DGFP. „Die Herausforderung liegt nun vor allem darin, diese Themen im Arbeitsalltag wirksam zu verankern – etwa durch Führung, Qualifizierung und klare Prioritäten.“
  • Emotionale Bindung bleibt kritischer Leistungsfaktor: Die Studie zeigt außerdem, dass zentrale Herausforderungen aus der Vorgängerstudie bestehen bleiben. Insbesondere emotionale Mitarbeiterbindung und Entwicklung werden weiterhin häufiger als Problemfelder wahrgenommen als tatsächlich priorisiert.Dabei weist Gallup seit Jahren auf den engen Zusammenhang zwischen emotionaler Bindung und Unternehmenserfolg hin: Teams mit hoher emotionaler Bindung verzeichnen unter anderem geringere Fluktuation, weniger Fehlzeiten und höhere Produktivität.
  • KI ist im HR-Alltag angekommen – die Organisationen oft noch nicht: 81 Prozent der HR-Befragten nutzen KI bereits täglich oder mehrmals pro Woche. Gleichzeitig halten nur 4 Prozent ihre Gesamtbelegschaft für vollständig bereit im Umgang mit KI-Technologien.Die Studie macht deutlich: KI-Nutzung ist nicht nur eine technologische, sondern auch eine Führungs- und Kompetenzfrage. Besonders dort, wo Führungskräfte neue Technologien aktiv unterstützen und Mitarbeitende gezielt befähigt werden, gelingt Integration erfolgreicher.
  • HR identifiziert sich  trotz Belastung stark mit der eigenen Rolle: Trotz hoher Belastung und teilweise mangelnder organisationaler Anerkennung bleibt die Identifikation mit der eigenen Profession bemerkenswert hoch: 89 Prozent der HR-Befragten würden sich erneut für eine Karriere im Personalbereich entscheiden.

Über die Studie
Die „State of HR in Deutschland“-Studie wurde in Kooperation zwischen der DGFP und Gallup als Online-Befragung über die Befragungsplattform Gallup Access durchgeführt. Im Befragungszeitraum vom 27.01.2026 bis 25.02.2026 haben 312 Personen aus dem Netzwerk der DGFP teilgenommen. Die Befragung umfasste 65 Fragen unter anderem zu den Themen HR-Trends und Prioritäten, Employee Lifecycle, Performance Management, Employee Listening, strategische Rolle von HR, emotionale Bindung und KI.

Pressekontakt

Annika Sasse-Röth

Leiterin Öffentlichkeitsarbeit & Marketing

sasse-roeth@dgfp.de +49 176 15978-132