Equal Pay ist kein „Frauenthema“.

Es ist ein Gerechtigkeitsthema, ein Wirtschaftsthema – und (leider) immer noch ein Zukunftsthema.

DGFP-Vorstandsvorsitzende Julia Bangerth bezieht anlässlich des morgigen Equal Pay Days Stellung zum Thema Entgeltgleichheit.

"Für mich ist der morgige Equal Pay Day 2026 mehr als ein symbolisches Datum. Er ist Anlass für eine ehrliche Bestandsaufnahme.

In den vergangenen fünf Jahren ist der unbereinigte Gender Pay Gap in Deutschland um 3 Prozentpunkte gesunken: 2021 haben Frauen durchschnittlich 19 % weniger pro Stunde verdient als Männer.

Im Jahr 2025 waren es immer noch 16 %. Selbst wenn sie eine vergleichbare Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie haben wie Männer, verdienten Frauen im Schnitt 6 % weniger. OECD-Daten zeigen zudem: Rund drei Viertel des Gender Pay Gaps entstehen innerhalb von Unternehmen.

Das diesjährige Motto Equal Pay Every Day tr
ifft deshalb den Kern. Entgeltgleichheit ist kein Aktionstag, sondern sollte in den Unternehmen verankert sein. Hebel dafür sind zum Beispiel:

  • klar definierte Rollenprofile
  • nachvollziehbare Bewertungslogiken
  • konsistente Gehaltsstrukturen

Die Frage lautet: Wie konsequent sind unsere eigenen Vergütungs- und Karrieresysteme wirklich auf Fairness ausgerichtet?

Equal Pay ist ein Ausgangspunkt, um die Architektur von Leistung und Teilhabe in unseren Organisationen zu verbessern. Wichtig ist etwa, wie wir „Performance“ definieren, welche Karrieremuster wir belohnen und wer Zugang zu sichtbaren Projekten oder Schlüsselrollen erhält. Ungleichheit entsteht selten durch bewusste Benachteiligung. Sondern oft durch Routinen und historisch gewachsene Muster.

Gleiche Bezahlung ist ein wichtiger Baustein.

Aber echte Gleichstellung entsteht erst dort, wo auch Verantwortung, Einfluss und Entscheidungsmacht fair verteilt sind."

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