September 2026

Die Deskless Workforce ist die größte Beschäftigungsgruppe der Welt und gleichwohl in der Personalarbeit häufig eine Randgruppe. Trotz ihrer zentralen, häufig systemrelevanten Bedeutung fühlen sich viele Deskless Worker hinsichtlich Digitalisierung, Karrierechancen und Wertschätzung benachteiligt und wenig gewertschätzt. Wer nicht am Schreibtisch, sondern „auf der Fläche“, in der Produktion oder mobil arbeitet, gerät oft aus dem Blick des HRM. 

Die Unterscheidung zwischen „White Collars“ und „Blue Collars“ hat sich im postindustriellen Zeitalter überlebt. Ob jemand im Büro sitzt oder nicht, soll nicht länger die Wertschätzung für einzelne Berufe prägen. Und auch der Begriff „Deskless Workforce“ suggeriert, dass etwas fehlt, nämlich der Schreibtisch, auf dem ein PC steht.  Aber ist es wirklich ein Mangel, wenn jemand losgelöst von einem Büroarbeitsplatz sein oder ihr Potenzial entfaltet? Spätestens seit Corona wissen wir, dass die Arbeitnehmenden in der Produktion, in der Pflege, Gastronomie, Reinigung, Entsorgung, im Einzelhandel, bei Polizei und Feuerwehr den Laden am Laufen halten. 

Wenn sich Menschen gerade auf niedrigen Hierarchie- und Einkommensstufen „abgehängt“ fühlen, besteht die Gefahr, dass sie das Vertrauen in Politik, Medien und Wirtschaft verlieren. Vor diesem Hintergrund wird die attraktive Gestaltung dieser Arbeitsform zu einer strategischen HR-Aufgabe. Wichtig ist, den "Schreibtischlosen" aus der „Unsichtbarkeit“ zu holen und für bedarfsgerechte digitale Lösungen und eine partizipative Arbeitsorganisation zu sorgen. Diese vermittelt Wertschätzung – und steigert das Engagement. Dabei können und sollten sie in Prozesse des Lernens und der Entwicklung aktiv integriert werden. 

In der aktuellen Ausgabe unseres Fachmagazins PERSONALFÜHRUNG zeigen wir, welche Konzepte HR hat, um "Mitarbeitende ohne Schreibtisch" bei Onboarding, Weiterbildung, Karriere zu fördern.

Schwerpunkte dieser Ausgabe:

  • Die Schreibtischlosen“: Personalarbeit für die größte Beschäftigungsgruppe der Welt
  • Fit für die grüne Zukunft: Kompetenzentwicklung für die Deskless Workforce bei Daimler Truck
  • Personalmarketing für Blue Collars: Speira punktet mit internem Employer Branding
  • Mobile Deskless Worker binden: Wie Andritz Schuler passgenau unterstützt und wertschätzt
  • Akkord war gestern: Everllence SE geht neue Wege bei der Entgeltlogik
  • Wandel mit Wurzeln: Die Volksbank Stuttgart verbindet Transformation und Tradition

Herausgeberinterview: Katharina Baran, Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektorin bei der TÜV Rheinland AG spricht darüber, wie KI, neue Kompetenzanforderungen, globale Führung und nachhaltiges Wachstum die Arbeitswelt bei TÜV verändert und erläutert, wie sie gemeinsam mit den 29.000 Mitarbeitenden Veränderungen anstoßen will.

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